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Kultur Feuertrunkenes Finale
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13:48 26.08.2018
Viel Beifall für Justus Frantz mit dem Festivalchor, der Philharmonie der Nationen und den Solisten Susanne Bernhard (li.), Marie Henriette Reinhold und Sebastian Kohlhepp in der Kieler Sparkassen-Arena. Quelle: Axel Nickolaus
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Kiel

Frantz war es, der vor drei Jahrzehnten mit seiner „Geht-nicht-gibt’s-Nicht“-Attitüde den musikalischen Flächenbrand zwischen den Meeren entfachte und dabei dann den entscheidenden Schlüssel zum Weltruhm fand, indem er seinen Freund Leonard Bernstein nach Schleswig-Holstein lockte.

Hommage am 100. Geburtstag von Bernstein

Genau am 100. Geburtstag des großen amerikanischen Komponisten und Dirigenten steht er am selben Platz, wo 1986 in der „Ostseehalle“ unter Bernstein alles begann. Hier lässt er jetzt dessen "Candide"-Ouvertüre abschnurren. Und schwelgt in Samuel Barbers "Adagio for Strings".

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Erinnerung an das Mauerfallkonzert

Völlig zu Recht weist Frantz darauf hin, dass er es 1989 war, der Bernsteins Berliner Konzert-Coup zur deutsch-deutschen Wiedervereinigung glücklich anbahnte: Lenny dirigierte im Ostberliner Schauspielhaus am Gendarmenmarkt Beethovens Neunte, führte dabei ost- und westdeutsche mit Musikern der vier Siegermächte zusammen und änderte die Schiller-Ode an die Freude in eine „an die Freiheit“.

Multinationale Friedenstruppe: Philharmonie der Nationen

Wenn Frantz jetzt als Geburtstagsgruß mit seiner ähnlich multinational besetzten Philharmonie der Nationen Beethovens chorsinfonischen Geniestreich dirigiert, dann hat das was. Klein und gewandt besetzt, gelingt dem Orchester unter heiklen akustischen Rahmenbedingungen eine profilierte Aufführung.

Schleswig-Holstein Festival Chor

Der 110-köpfige Festivalchor klingt in der Einstudierung von Nicolas Fink homogen und ausgewogen und meistert die extremen vokalen Zumutungen der Chorpartie weit überwiegend bestechend. In den Soli zündet Susanne Bernhard fabelhafte Sopran-Leuchtfeuer.

Von Christian Strehk

Konrad Bockemühl 25.08.2018
25.08.2018