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Kultur Abschied der Belcanto-Königin
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15:20 25.07.2019
Großer Auftritt im Schloss: Jahrhundertsopranistin Edita Gruberova und Pianist Peter Valentovic. Quelle: Axel Nickolaus
Kiel

Seit die „slowakische Nachtigall“ im Frühjahr in der Bayerischen Staatsoper von der großen Bühne endgültig abgetreten ist und dabei in einer 50-minütigen Applausorgie baden durfte, gibt es nicht allzuviele der „Farewell-Galas“ zum Ausklang einer grandiosen Karriere. Deshalb mussten die Fans auch in den Norden reisen, um noch einmal live ein Phänomen der Gesangszauberei erleben zu können.

Koloraturglitzern und Legatoströme

Wer Bedenken ins SHMF-Konzert mitgebracht hat, Edita Gruberova könnte mit 73 Jahren bereits den Zeitpunkt eines würdigen Abgangs verpasst haben, sitzt bald mit offenem Mund da: Alles steht noch nahezu mühelos zur Verfügung. Da ist das freche Koloraturglitzern der Rosina im Rossini-Barbier, gibt es laserschwertstarke Spitzenton-Eruptionen, aber eben auch die unverkennbar Gruberova-typischen Legatoströme in einer geheimnisumwitterten Halbstimme, die bei Bellinis todessüchtiger Beatrice unter die Haut kriechen. Und wenn mal ein Ton zu matt gerät, es irgendwo hakt? Dann wird das halt flugs in Ausdruckseffekte umgemünzt.

In dem Pianisten Peter Valentovic hat die Jahrhundertsopranistin einen echten Klavier-Partner mit großer Bandbreite – vom Mitflüstern bis zum Zwischendonnern. Die technischen Voraussetzungen beweist Valentovic stilfremd, aber eindrucksvoll und zur Abwechslung mal basslastig als Ritter Rachmaninows und dessen Hollywood-Improvisationen über Themen aus dem Zweiten Klavierkonzert und der Paganini-Rhapsodie.

Ophelias Arie - ein Wahnsinn!

Der Wahnsinn ist tatsächlich die Arie der verwirrten Ophelia aus Ambroise ThomasHamlet. Wie Gruberova da die Klänge irrlichtern und explodieren lässt, sie in Umnachtung versenkt oder mädchenhaft keck tänzeln macht, Töne in gleißender Höhe aus dem Nichts an- und abschwellen lässt, ist immer noch Weltklasse.

Wie einst bei der ähnlich hochartifiziell singenden Elisabeth Schwarzkopf könnten sich Kunstlied-Kenner und Stimmfetischisten allerdings bestens in die Haare geraten, wenn Gruberova Richard-Strauss-Petitessen wie minutiös polierte Jugendstil-Intarsien schimmern lässt. Hier ein zartes Blümchen, dort ein Tränchen, hier eine ironische Spitze, dort ein Wonneschauer. Technisch großartig, ja bisweilen sagenhaft serviert, bleibt das Ergebnis kühl und künstlich. Da ist man doch irgendwie erleichtert, wenn der Wiener-Walzer-Taumel des Namensvetters Johann Strauß zum Thema Frühlingsstimmen herrlich befreite Kapriolen schlägt: „Oh süßer Laut, ach ja!“

Fan-Plakate zum Zugabenreigen

Ein fulminanter Reigen sind die Zugaben zwischen entrollten Fan-Plakaten und dem Huldigungsdefilee der abdankenden Belcanto-Königin: darunter herrlich zwitschernde Selbstironie (Ach wir armen Primadonnen aus Millöckers Der arme Jonathan) und eine brillante Mein Herr Marquis-Version aus Strauß‘ Fledermaus. Auch ein tieftrauriger Moment ist mit Dvoráks Zigeunerlied aus op. 55 darunter: „Als die alte Mutter mich noch lehrte singen, sonderbar, dass Tränen ihr am Auge hingen ...“

Von Christian Strehk

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