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Kultur Hindemith-Preis für eine Orgel-Komposition
Nachrichten Kultur Hindemith-Preis für eine Orgel-Komposition
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09:58 18.07.2013
Von Christian Strehk
Preisträger 2013: Komponist Maximilian Schnaus. Quelle: Hälker
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Lübeck

Was 1990 mit Wilhelm Killmayer noch sehr staatstragend für einen Altverdienten begann, hat im Laufe der Jahrzehnte an Fahrt und Mut zu jüngeren Preisträgern und sogar Formationen wie String Thing aufgenommen. Inzwischen liest sich das Defilee mit Namen wie Jörg Widmann, Jörn Arnecke, Lera Auerbach oder Márton Illés, bei der Verleihung im Rahmen des Schleswig-Holstein Musik Festivals jeweils noch am Anfang der Karriere stehend, recht stattlich. Nach den Preisträgern Sascha Lino Lemke, Markus Lehmann-Horn und Li Bo (2010 bis 2012), deren Bedeutungszuwachs sich noch nicht einschätzen lässt, setzt eine internationale Fachjury, darin die Organistin Iveta Apkalna, der Hamburger Hochschulpräsident Elmar Lampson und der Komponist Peter Ruzicka, in diesem Jahr auf einen Wettbewerbsgewinn. Hier wird also nicht das Schaffen, sondern ein einzelner Wurf auf eine Stufe mit anderen Preisträgern gehoben, was zumindest diskussionswürdig erscheint.

 Der als Kompositionswettbewerb für Orgel ausgelobte Paul Hindemith-Preis 2013 geht nun an den 1986 im fränkischen Bad Neustadt geborenen Organisten und Komponisten Maximilian Schnaus. Seine Komposition Come sweetest death wird morgen von der Lettin Iveta Apkalna in der Kirche St. Jakobi in Lübeck uraufgeführt. Schnaus studierte Kirchenmusik und Orgel in Hannover und Amsterdam. Er erhält ein Preisgeld von 10000 Euro. Der 2. Platz ist immerhin noch mit 6000 Euro dotiert und geht an den 1979 in Saarburg geborenen Alexander Muno mit der Komposition Per aspera – spera!. Den 3. Platz (4000 Euro) teilen sich Johannes Söllner, geboren 1983 in Augsburg (hinter dem spiegel geschmolzenes gold), sowie der 1976 in Mannheim geborene Daniel Smutny (Cranacher Orgelbuch).