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17:12 02.08.2018
Von Oliver Stenzel
Foto: Optimale Besetzung im Schumann-Schwerpunkt: Paarvo Järvi dirigierte die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen im Kieler Schloss.
Optimale Besetzung im Schumann-Schwerpunkt: Paarvo Järvi dirigierte die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen im Kieler Schloss. Quelle: Marco Ehrhardt
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Kiel

Während das Orchester bei den Eckkonzerten in Lübeck und Rendsburg jeweils eine Sinfonie mit einem Solokonzert und einer Ouvertüre kombiniert, geht es mim KIeler Schloss rein sinfonisch zu: Schumanns Sinfonie Nr. 1 B-Dur op. 38, die "Frühlingssinfonie", nimmt die erste Konzerthälfte ein, seine Sinfonie Nr. 3 Es-Dur op. 97, die "Rheinische", die zweite.

Paavo Järvi unterstreicht im Verlauf seines Gastspiels die strukturellen Ähnlichkeiten in der Tonsprache und zugleich die individuellen Konturen der beiden Kompositionen. Kraftgespannt und hellwach poliert sein Klangkörper zunächst die Frühlingssinfonie auf Hochglanz. Das Klangbild wirkt dabei linear und höhenbetont, in Sachen Durchsichtigkeit und Präzision zählt die Kammerphilharmonie derzeit zu den besten Ensembles der Republik.

Für die Exegese der Rheinischen lässt der Dirigent sein Orchester mit gesteigerter Physis aufspielen. Der Sound wirkt nun insgesamt muskulöser, doch weil weiterhin schlank und schlackenlos musiziert wird, scheinen die fünf Sätze des Werks bis aufs Äußerste aufgeladen zu sein. Der Applaus fällt entsprechend aus.