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Kultur Meyers glückseliges Mozart-Glucksen
Nachrichten Kultur Meyers glückseliges Mozart-Glucksen
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17:38 09.07.2018
Mozarts Medium: Klarinettistin und SHMF-Porträtkünstlerin Sabine Meyer. Quelle: Axel Nickolaus
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Flensburg

Federleicht geschieht das auf der vermeintlich schwerfälligeren, aber im Original von 1791 vorgesehenen Bassettklarinette (mit ihren zusätzlichen Bassstönen); voll von glückselig glucksenden Momenten, übersprudelnd vital – und auch mal zu Tode betrübt.

Kammerorchester Basel in Bestform

An Sabine Meyers Seite hat sie Deutschen Haus mit dem Kammerorchester Basel und dem italienischen Quirl Giovanni Antonini am Pult optimale Partner.

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Beethovens "Fünfte" virtuos und stimmig

Zwar kann man Schuberts Italienische Ouvertüre D 591, diese charmant wienerische Hommage an Rossini, unter Antonini noch leicht manieriert überzeichnet finden, bei Beethovens Fünfter bleiben keine Zweifel: hier sitzt jeder Akzent, passt jedes Tempo, spricht jeder Klangeffekt, finden sich sogar frappierende lyrische Querverweise zur zeitgleich entstandenen Pastorale. Hat man jemals Celli und Bässe derart virtuos und perfekt aufgebracht an den Scherzo-Ketten rütteln hören, um durch c-Moll-Nacht zum gleißenden C-Dur-Licht zu gelangen? Rundum eine Lehrstunde in Sachen historisch informierter Klangrede – und das nur zum Teil auf Nachbauten alter Instrumente.

Feuerwerk Rossini-Ouvertüre

Das allergrößte Vergnügen des Abends folgt jedoch noch als Zugabe: Rossinis bestens ins Programmbild passende Ouvertüre zur Italienierin in Algier. Ein orchestrales Feuerwerk – bis gleich drei Saiten reißen.

Von Christian Strehk

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