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Kultur Lebendige Vielfalt junger Kammermusik
Nachrichten Kultur Lebendige Vielfalt junger Kammermusik
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09:29 29.07.2013
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Büdelsdorf

Mit Recht ernten die zahlreichen jungen Musiker und Musikerinnen heftigen Applaus. Die durchaus kammermusikgeeignete holzgetäfelte Halle kommt Blech- und Holzbläsern mehr entgegen als Streichern. Die müssen sich entweder extra ins Zeug legen wie im 1. Satz aus Schuberts Streichquintett oder trotz Könnerschaft Spannungseinbußen hinnehmen, wie zwei Sätze aus Beethovens c-Moll-Quartett und drei recht verhalten präsentierte bar-soundige Quartettarrangements südamerikanischer Songs zeigen. In J. Turinas fesselndem Quartettstück La oración del torero gibt’s solche Ausdrucksprobleme freilich nicht. Eingängige „Selbstgänger“ bieten Blechbläsergruppen mit E. Rautavaaras Wellness-Moderne A Requiem in our time, J.F. Fröhlichs munter-virtuosem Horn-Nonett und J. Horners siebenhörniger Titanic-Fantasy.

 Bei den gemischten Ensembles überzeugen F. Poulencs Sextett und das reizvoll zwischen Brahms/Elgar und Debussy changierende Quinteto de camera C. Gaitos als Werke (mit Klavier) und im Spiel mehr als B. Martinús etwas längliche Revue de cuisine. Apartes bieten W. Buchenbergs Dances and Movements für Flöte, Cello, Fagott und zwei Harfen, N. Tarkus Bläserarrangement aus Mendelssohns Sommernachtstraum-Musik und S. Castriatos spröd-intensives Mi noche triste. Die erstmals mitwirkenden Mitglieder der Chorakademie verzichten auf Vibratoexzesse; ihr schlankes Espressivo und gute instrumentale Mitstreiter kommen A. Ginasteras Canto del Tucuman und zwei fesselnd sparsam-charmanten Werken C. Guastavinos (Sonetos del Ruiseñor, Indianas) bestens zugute – bravissimo!