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Kultur Perfekt ausgelotetes Wechselspiel
Nachrichten Kultur Perfekt ausgelotetes Wechselspiel
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18:44 05.08.2019
Meister am Werk: Janine Jansen (Violine), Amihai Grosz (Viola) und Jens Peter Maintz (Violoncello) in der Rendsburger Christkirche.
Meister am Werk: Janine Jansen (Violine), Amihai Grosz (Viola) und Jens Peter Maintz (Violoncello) in der Rendsburger Christkirche. Quelle: Axel Nickolaus
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Rendsburg

Mozart und Mendelssohn waren zwei Wunderkinder, zwei früh verstorbene Genies, die die Musikwelt nachhaltig geformt haben. Während Mendelssohns Streichoktett Es-Dur op.20 zu den Säulen der Kammermusikliteratur gehört, darf man bei Mozarts Divertimento für Streichtrio Es-Dur KV 563 von einem Geheimtipp sprechen: ein komplexes und weitgehend hochvirtuoses Juwel für Könner und erfahrene Hörer.

Janine Jansen und Kollegen in ausgewogener Brillanz

Die hinreißend musizierende Janine Jansen (Violine) und ihre meisterlichen Kollegen Amihai Grosz (Viola) und Jens Peter Maintz (Violoncello) gingen in ausgewogener Brillanz und nie nachlassender Intensität die sechs Sätze dieser anspruchsvollen Rarität an. Man erlebte ein perfekt ausgelotetes Wechselspiel in der Führungsarbeit und traumwandlerisch sichere Präzision bei aller Gesanglichkeit, trotz der vielen höllisch schwierigen Passagen. Ein beglückend gelungener Lakmustest für Interpreten wie Publikum.

Feuerwerk an melodischen Einfällen

Und dann kamen mit Leonard Fu, Dorothea Stepp, Anne Maria Wehrmeyer (Violinen), Silas Zschocke (Viola) und Rebecca Falk (Cello) die Meisterschüler ins Spiel, um sich zusammen mit den „Profis“ ins musikalische Getümmel des musikantischen Mendelssohn-Oktetts zu stürzen. Der damals 16-jährige Mendelssohn nutzte die kompakte Achtstimmigkeit für ein ständig sich neu formierendes Feuerwerk an melodischen Einfällen und konträr auftauchenden Themen, was Janine Jansen und ihre gleichgesinnten Musiker zu einem transparenten Wettbewerb in Sachen Klangschönheit und kraftstrotzender Virtuosität nutzten, um unvermittelt in sphärisches Pianissimo von zartester Delikatesse zu wechseln. Der nie versiegenden Energie von Janine Jansen konnte sich niemand entziehen – kammermusikalische Glückseligkeit pur!

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Von Detlef Bielefeld