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Kultur Schach auf der Schlachtenplatte: „A Song of Ice & Fire“ im Test
Nachrichten Kultur Schach auf der Schlachtenplatte: „A Song of Ice & Fire“ im Test
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16:00 02.06.2019
Miniaturen-Taktik (nicht nur) für „Game of Thrones“-Fans: „A Song of Ice & Fire“ punktet mit üppiger Ausstattung und spielerischem Tiefgang. Quelle: Hersteller
Leipzig

Das Grundspiel, „Stark vs. Lennister“, ist zur Zeit des Kriegs der Fünf Könige angesiedelt (für Fernseher: der zweiten Staffel), und hier gehen Armeen der gleichnamigen Königshäuser aufeinander los.

Es handelt sich um ein sogenanntes Tabletopspiel, also einer jener Spiele, bei denen Plastiksoldaten auf Miniaturlandschaften in Tischplattengröße bewegt werden – hier wird eine Mindestgröße von 1,20 mal 1,20 Metern empfohlen.

Um noch ein wenig genauer zu werden: Es handelt sich um ein „Rank & File“-Tabletop; die Miniaturen werden also zu Regimentern in Reih und Glied zusammengefasst, statt einzeln bewegt.

Exzellent gegossene Miniaturen und eine Taktiktafel: Bereits die reichhaltig gefüllte Grundbox bietet genug Inhalt für viele aufregende Partien. Quelle: Hersteller

Man merkt, dass die Autoren, Eric M. Lang und Michael Shinall, Brettspiel-Erfahrung haben: Sie nutzen einige Mechanismen, die das sonst bei Tabletops übliche Mikromanagement ersetzen, ohne dass es hier an strategischer Tiefe fehlt: Es gibt eine überschaubare Zahl von Aktionen, die die Spieler abwechselnd mit ihren Regimentern durchführen können.

Es gibt wenige klare Werte, die Auskunft geben über Kampfkraft, Bewegungsreichweite und Widerstand der Miniaturen, die bei Würfelduellen relevant sind. Der Rest wird klar über Taktikkarten geregelt – und wer bekannte Figuren aus der Fernseh- und Buchserie einsetzt, bekommt noch einige Karten und somit mehr Optionen dazu.

Ein Stück Fernseh- und Popkulturgeschichte nachspielen

Übrigens: Genutzt wird die Lizenz der Bücher, nicht die der Fernsehserie; entsprechend sehen die – gerade für Brettspielplastik – exzellent gegossenen Miniaturen aus. Besonders charmant – und bei einem Spiel dieser Art einzigartig – ist die Verwendung einer Taktiktafel, auf der Figuren, die am Krieg nur indirekt beteiligt sind wie besagte Cersei, eingesetzt werden und ihren Einfluss gelten machen.

Das Ergebnis ist eine Art Schach mit vielen Unbekannten und noch mehr Optionen. Wie üblich bei Tabletops gibt es bereits etliche Erweiterungen: neue Helden, neue Regimenter und ganz neue Fraktionen, so dass man zum Beispiel die Wildlinge von jenseits der Mauer in den Krieg führen kann.

Aber bereits die reichhaltig gefüllte Grundbox bietet genug Inhalt für viele aufregende Partien, nicht zuletzt 103 Miniaturen. Und das Gefühl, ein Stück Fernseh- und Popkulturgeschichte nachspielen zu können.

Eric M. Lang, Michael Shinall: „A Song of Ice & Fire. Das Miniaturenspiel“ Quelle: Hersteller

Info: Eric M. Lang, Michael Shinall: „A Song of Ice & Fire. Das Miniaturenspiel“. CMON (Vertrieb: Asmodee), für zwei Spieler ab 14 Jahren, etwa 120 Euro.

Von Stefan Gohlisch

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