Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Anmelden
Kultur Schimmelpfennigs "Straße der Ameisen"
Nachrichten Kultur Schimmelpfennigs "Straße der Ameisen"
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
07:31 31.05.2018
Von Ruth Bender
Ulrike Maack, mit Bühnenbildner Lars Peter (Mitte) und Dramaturg Jens Paulsen, inszeniert die deutschsprachige Erstaufführung. Quelle: Marco Ehrhardt
Anzeige
Kiel

Da fällt eine Schneeflocke in heißer Sommernacht vom Himmel, eine Perücke verleiht ihrer Trägerin die Fähigkeit zu fliegen, ein Löffel birgt unzählige Geschmacksrichtungen. Wundersame Dinge geschehen in „Die Straße der Ameisen". Von Wünschen und Begehrlichkeiten erzählt das Stück, und Regisseurin Ulrike Maack  ist begeistert davon, wie der Autor,  der zu den bedeutendsten deutschen Gegenwartsdramatikern zählt, beim Zuschauer allein durch die Sprache ein Kopfkino auslöst.  „Das ist viel spannender, als die Phantasie des Regieteams zu bemühen. Es wäre daher ganz falsch, die Dinge, die erzählt werden, zu bebildern.“

Wenig Arbeit also für den Bühnenbildner? Lars Peter bleibt gelassen. „Der Reichtum des Stückes liegt in den individuellen  Assoziationsmöglichkeiten“, sagt er. Das  vorgegebene  Setting hat er deshalb aufgegriffen und dahinter eine assoziative Landschaft geschaffen.  Hier öffnen die vier Protagonisten - Großmutter, Mutter, Tochter und deren Freund - ein lang ersehntes Paket und sind von dessen lapidarem Inhalt zunächst maßlos enttäuscht. Doch alle Gegenstände entfalten eine wundersame Wirkung.

„Schimmelpfennig erzählt scheinbar eine ganz einfache Geschichte. Während der Inszenierungsarbeit habe ich ihre Komplexität entdeckt“, sagt Ulrike Maack. Um allgemeinmenschliche Dinge gehe es da, die von Sehnsüchten und Gier erzählen, von Besitzstreben und davon, dass man unfrei wird durch die Angst, wieder alles zu verlieren. „Der Autor wirft elementare Fragen auf, die uns alle angehen. Aber er gibt keine Antworten.“

Premieren 1.+2. Juni, 20 Uhr. Kartentel. 0431/901901, www.theater-kiel.de