Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Anmelden
Kultur Im Taumel der Zwanziger Jahre
Nachrichten Kultur Im Taumel der Zwanziger Jahre
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:19 29.03.2019
Wohlstandsbürger und Fabrikschmied, beide rauchend, von Kuratorin Thekla-Christine Hansen in Spannung gebracht: Max Liebermanns „Herrenporträt“ (1924, rechts) und das „Bildnis des Vaters“ (1922) des Dresdner Secessionisten Conrad Felixmüller. Quelle: Marco Ehrhardt
Anzeige
Schleswig

Pathosschreiende Politplakate, Käthe Kollwitz’ schmerzgebeugte Kriegsgeschädigte, George Grosz’ bitterböse Karikaturen, aber auch der ungebremste Taumel des Kultur- und Nachtlebens sowie die ausdrucksstarken (Prominenten)porträts von Max Liebermann oder Edvard Munch (Der Violinspieler Arvesen) sind ab sofort im Kreuzstall von Schloss Gottorf Thema.

Spektrum vom Impressionismus bis zur Neuen Sachlichkeit

Das enorme Spektrum reicht zugleich von Nachwehen des Impressionimus bei Lovis Corinth bis hin zur kühlen Ordnung eines von der Moderne selbstbewusst „umgeleuchteten“ Menschenbildes in der Neuen Sachlichkeit oder in August Sanders Fotografien.

Anzeige

Weimarer Republik in Aufbruchstimmung

Kurator Thomas Gädeke sieht hier den Zeitgeist der Weimarer Republik endlich einmal in seiner Aufbruchstimmung nach dem Ersten Weltkrieg erfasst – und nicht (einmal mehr ...) vom unrühmlichen Scheitern am Ende her.

Sammlung der Stiftung Bönsch

Dabei betont er zu Recht, dass die Schau ganz besonders durch die unkomplizierte Aufgeschlossenheit der Sammlerin Elisabeth Bönsch gewonnen habe. Im Zuge der auf 30 Jahre angelegten Zusammenarbeit stammt die Hälfte der über 120 Ausstellungstücke von ihrer Stiftung, vor allem die Grafik.

Themenfelder im Kreuzstall

Die Kuratorin Thekla-Christine Hansen hat in Abstimmung mit Gädeke und Bönsch die kreuzförmigen Räumlichkeiten sehr geschickt genutzt, um Themenfelder wie „Von Revolution zur Republik“, „Soziale Not“ oder „Neue Wege der Kunst“ zu bündeln.

www.schloss-gottorf.de

Von Christian Strehk