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Kultur Schweiger: „Tatort“-Vorspann kann bleiben
Nachrichten Kultur Schweiger: „Tatort“-Vorspann kann bleiben
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14:58 25.10.2012
Von Deutsche Presse-Agentur dpa
Für Til Schweiger als Hamburg-Ermittler Nick Tschauder beginnen in der nächsten Woche die Dreharbeiten. Quelle: dpa
Hamburg

Mit dem „Tatort“-Vorspann kann nach heftigem Wirbel um seine Kritik inzwischen auch Neu-Kommissar Til Schweiger leben. „Ich finde nach wie vor, der ist altmodisch…. Aber hey, wenn alle das so lieben: Ich habe überhaupt kein Problem damit, dass dieser Vorspann noch 30 Jahre kommt“, sagte der 48-Jährige am Donnerstag auf einer Pressekonferenz in Hamburg. Ihm sei es „ehrlich gesagt egal“, ob der Sonntagabendkrimi weiterhin so beginne. Für Schweiger als Hamburg-Ermittler Nick Tschauder und seine Tochter Luna als Filmtochter Lenny starten in der nächsten Woche die Dreharbeiten.

Der Filmstar („Keinohrhasen“) hatte das mehr als 40 Jahre alte Intro mit dem berühmten Augenpaar und Fadenkreuz zur ARD-Kult-Krimireihe als „outdated“ kritisiert und empörte Reaktionen auch von Kollegen ausgelöst. Erst habe er über „diese Welle“, die er damit losgetreten habe, noch lachen können. Doch später habe er sich nur noch gewundert: „Das gibt's doch gar nicht!“ Schweiger: „Da habe ich echt gedacht, was ist denn los in Deutschland?!“ Besonders groß sei seine Verwunderung gewesen, als bekannt wurde, dass sich die „Tagesschau“-Melodie ändern soll — „und keine Sau hat protestiert, kein einziger“.

Für vier Einsätze als Tschauder hat der Schauspieler zunächst unterschrieben. „Es kann sein, dass wir nach vier Folgen sagen: Die Quoten sind so beschissen, dass der Schweiger jetzt gehen muss, obwohl er gerne weitermachen würde“, erklärte Schweiger, der im Hamburg-„Tatort“ die Nachfolge von Mehmet Kurtulus (Cenk Batu) antritt. Möglicherweise sage aber auch er selbst dann, dass er nicht mehr wolle. Dritte Variante: Es könne auch sein, dass es ihm solchen Spaß mache, dass er irgendwann Lust auf zwei Ausgaben pro Jahr habe. Derzeit ist geplant, einen Tschauder-Film jährlich zu zeigen.

Zu seiner Figur im Krimi in der Hansestadt, wo auch Schweigers vier Kinder mit Mutter Dana leben, wollte der Filmstar („Ich find's sexy, in Hamburg zu ermitteln“) nicht viel sagen. Bekannt war bereits, dass er es mit viel Action auf dem Bildschirm ordentlich krachen lassen will. Ähnlichkeiten zum knallharten Schimanski-Typ, als der Götz George 1981 angetreten war, seien nicht beabsichtigt gewesen, aber: „Dem ist auch ein großer Gegenwind entgegen geschlagen.“ Da gebe es Parallelen, meinte Schweiger. „Denn das wird hier wahrscheinlich auch passieren, dass sich Polizeisprecher zu Wort melden und sagen, das ist nicht die Wirklichkeit..“

Ob der Film mit dem Arbeitstitel „…und sind sie nicht willig“ unter der Regie von Christian Alvart („Antikörper“), für den 24 Drehtage angesetzt sind, tatsächlich — wie spekuliert wurde — die teuerste „Tatort“-Produktion wird, wollten die Verantwortlichen nicht bestätigen. Der genaue Ausstrahlungstermin für 2013 stehe zudem noch nicht fest, sagte ARD-Unterhaltungschef Thomas Schreiber, aber Schweiger werde einen „prominenten“ Sendeplatz bekommen. Zu den Quotenerwartungen an den Neuen sagte NDR-Fernsehchef Frank Beckmann: „so viele wie möglich — und es werden viel.“

Neben Schweiger wird Schauspieler Wotan Wilke Möhring (45) im nächsten Jahr erstmals für den NDR als “-Ermittler zu sehen sein. Daneben hat der Norddeutsche Rundfunk (NDR) noch Maria Furtwängler in Niedersachsen und Axel Milberg in Schleswig-Holstein im „Tatort“-Revier am Start. Dass die beiden Schauspieler Christian Ulmen und Nora Tschirner, wie am Vortag bekannt wurde, das nunmehr 21. Ermittler-Team in der ARD-Reihe werden, nannte der neue Hamburg-Kommissar einen „Besetzungscoup“ für den MDR. Nur kurz danach wurde bekannt, dass sich Nina Kunzendorf als Frankfurter Ermittlerin vom „Tatort“ zurückziehen wird.

Dass seine eigene Tochter Luna, mit der Papa Til gerade auf der Leinwand in „Schutzengel“ zu sehen ist, auch die Tochter des alleinerziehenden Ermittlers Tschauder gibt, sei seine Idee gewesen, berichtete der Vater der 15-Jährigen. Luna selbst war nicht bei der Pressekonferenz dabei, wohl aber Schweigers Filmpartner Fahri Yardim. Dieser ergriff zwar selten das Wort, zeigte sich aber selbstsicher neben Filmstar Schweiger: „Ich habe nicht das Gefühl, dass ich da im Schatten stehe.“