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Kultur Botschaften aus dem Treckerreifen
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19:16 22.01.2017
Von Beate König
Christine „Marly“ Reimers zelebriert beim Impro-Abend vor den Mitspielern (v. li.) Maria Krone, Lara Imenkamp, Thorsten Platt und Elisabeth Bonnaire-Ahrens die Strafe für Regelverstöße: Ein groß inszenierter Bühnentod. Quelle: bk
Kiel

Derart skurrile Szenen, besser als jeder gespielte Witz, entstanden beim grandiosen ersten Impro-Marathon, zu dem vier Spiel-Gruppen in die komplett ausverkaufte Räucherei eingeladen hatten.Der Abend mit den Gruppen ImproDing, Improsprotten, Eukalyptus-Salat und Ankerz hatte es in sich: Unter dem Motto „Spielen, bis der Arzt kommt“ fochten vier zusammengeloste Teams einen Bühnen-Battle aus, bei dem siegte, wer am besten in Hochgeschwindigkeit Geschichten erfinden, mit Sprachwitz verpacken und mit pantomimischen Können verbinden konnte. Spielszenen wie den rockenden Chirurgen gab das Publikum vor. „Was tun, wenn man in einen Treckerreifen eingesogen wurde?“ Klar, auf dem Boden kriechend die Wände abtasten, um das Ventil zu suchen. Mit dem gekreischten „Lass das Feuerzeug aus, das Gummi brennt“, heimste Sonja Kammerlander Lacher ein.

 Beim Rückwärts-Interview, bei dem vom Ende eines Gesprächs Satz für Satz zum Anfang zurückgespielt wird, zeigte sich, wie groß das Wagnis für die Darsteller war, die sich vorher nur zwei Mal getroffen hatten: Dirk Martens erfand flugs die Biografie eines Schlagerstars, der eine Kochshow als Selbstvermarktung nutzt und endlos über CDs, soziales Engagement und Schmiergeld laberte. Gleichzeitig setzte er in seinen Antworten die Stichworte so deutlich, dass der Interviewer Jörg Bargmann mit Leichtigkeit daraus nicht nur eine passende Frage entwickeln konnte, sondern auch noch Zeit hatte, um die Rahmenhandlung darzustellen – Live-Cooking mit Kochtopfrütteln, Gemüse hacken und „Kannst Du mir mal das Olivenöl reichen“-Fragen. Beim zweiten Starterteam konnte man dagegen am Dauer-Stirnrunzeln und dem stockenden Dialog ablesen, dass für Lockerheit in dieser Spielform des Improvisierens Training und Routine Voraussetzung sind.

 Brillant ausgespielt dagegen war „Das Rendezvous mit einer Trizophenen“, bei der drei Darstellerinnen jeweils einen Gefühlszustand spielten. Schüchtern, im Wut-Modus oder auf Erotik-Trip gingen sie abwechselnd auf den Rendezvous-Partner zu. Der erntete mit seinem Konter „Es gibt da so Momente, da bist Du nicht Du selbst“, schallendes Gelächter.

Wie sieht die Zukunft Europas und der Gesellschaft aus? Eine Frage, auf die bislang kein Politiker eine Antwort geben konnte. Für den britischen Historiker Timothy Garton Ash steht indes fest: Europa muss sich auf seine Werte besinnen. Ausgerechnet ein Brite wählt diese Worte und bekommt den Karlspreis.

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Thomas Richter 22.01.2017

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Deutsche Presse-Agentur dpa 22.01.2017