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Kultur Seitenhiebe auf moderne Zeiten
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11:46 29.03.2019
Von Beate Jänicke
Erzählt wird die Geschichte von Ute K. und ihrer Freundin Beate. Quelle: hfr
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Kiel

Erzählt wird die Geschichte von Ute K. und ihrer Freundin Beate. Die beiden älteren Frauen verhökern nachts auf der Straße die Schlaf- und sonstigen Medikamente von Willi. Willi ist Ute K.s Mann, sitzt aber nur noch als teilnahmsloser Pflegefall im Sessel. Von den Einnahmen wollen die Frauen sich einen feinen Lebensabend machen, in ihrem Traumland Japan. Denn dort - so haben sie es in einer Arte-Dokumentation gesehen - leben die Menschen am längsten und offenbar vergnügt.

Die Einkommensquelle versiegt

Aber dann: der Super-Gau. Willi ist tot und damit ihre Einkommensquelle versiegt. Und nicht nur das, der Mann muss schließlich irgendwie unter die Erde. Das kostet zusätzlich. Auch trauert Ute K. unerwartet stark um Willi. Jutta Ziemke spielt diese Ute K. als ruppige Rentnerin, die zugleich etwas verloren in der Welt steht. Frauke Bosch gibt Beate als überfürsorgliche Gefährtin, die aber unerwartet bissig werden kann, als Ute K. den alten Bestatter Piotr Nagel (Tadeusz Galia) bezirzt.

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Das Timing hapert noch ein wenig

In einer Doppelrolle spielt Martin Friederichs den Neffen des Bestatters und einen von der Seitenbühne kommentierenden Inspizienten, der Stichworte liefert und sich mit gesprochenen Regieanweisungen und Bemerkungen ins Geschehen einmischt. Ein schöner Einfall der Autorin. Am Timing der Inszenierung (Regie: Tadeusz Galia) hapert es noch ein wenig. Manche Einsätze könnten prompter kommen, das würde das Vergnügen an dem ungewöhnlichen Stück noch erhöhen.

Weitere Vorstellungen: 29. und 30.3.; 4., 5. und 6.4.; 20 Uhr, Polnisches Theater Kiel; Karten: 0431 80 40 99

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