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Kultur So war das Konzert der Goldenen Zitronen
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07:19 30.03.2019
Von Thomas Bunjes
Farbenfroh auch im Kieler Orange Club: die Hamburger Band Die Goldenen Zitronen. Quelle: Michael Kaniecki
Kiel

„Scheiße!“, brüllt einer, bevor der erste Ton gespielt ist. „Jetzt schon?“, fragt lakonisch Ted Gaier, Gründungsmitglied der Hamburger Band "Die Goldenen Zitronen". Man kennt sich, man mag einander. Auch hier im Kieler Orange Club, wo die Band mit dem neuen Album „More Than A Feeling“ vorbeischaute.

Der erste Eindruck

Für eine Band mit dem Gründungsjahr 1984 ist das hier tendenziell ein recht junges Publikum. Das allerdings beim Support-Act Schari Vari noch den berüchtigten Kieler Sicherheitsabstand hält. Der schmilzt erst ein wenig, als Sophia Kennedy, neben Helena Ratka Teil des Elektro-Art-Pop-Duos und später dann im ersten Zugabenblock Duettpartnerin von Schorsch Kamerun bei „Bleib bei mir“, energisch zum Näherkommen auffordert.

Das Programm

Wie zu erwarten eine Reihe von Songs des neuen Albums „More Than A Feeling“, darunter „Heimsuchung“, „Gebt doch endlich zu euch fällt sonst nichts mehr ein“, „Das war unsere BRD“ oder „Nützliche Katastrophen“. Als Konzert-Opener dient allerdings ein älterer Song, das nun auch schon 25 Jahre alte „Das bisschen Totschlag“. Weitere ältere Songs im Set sind „Scheinwerfer und Lautsprecher“, „Der Investor“, „Positionen“, „Wenn ich ein Turnschuh wär“ und „Widersprüche“.

Das Publikum ...

... ist, als die „Goldies“ sich für ihr Set auf der Bühne sortieren, deutlich dichter an die Bühne rangerückt. Je mehr leere Bierflaschen auf den umliegenden Tischen stehen, desto mehr wird unter den gut 200 hier getanzt. Denn dass der Protest hier bei dieser Band tanzbar ist, ist bekannt und wird vor allem in den vorderen Reihen genutzt. Die unvermeidlichen Zwischengröler gibt's natürlich auch wieder, die Band nimmt's mit Humor.

Was in Erinnerung bleibt

Das bereits erwähnte Duett „Bleib bei mir“ der US-amerikanischen Wahl-Hamburgerin Sophia Kennedy mit Schorsch Kamerun. Ein kluges, reflektiertes Stück, dunkler Elektro-Pop, der sich gegen Ende hypnotisch polyrhythmisch steigert. „Stell dir vor, du gehst durch deinen Kiez und er kommt dir vor wie ein Filmset von Woody Allen“, hatte Kamerun dem Song vorausgeschickt.

Fazit

Kurzweilig, clever und erhellend. Und die gebrochene rechte Hand schien für Schorsch Kamerun tatsächlich nicht wirklich ein Handicap zu sein.

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