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Kultur Spannender "Tod unter Gurken" in Kiel
Nachrichten Kultur Spannender "Tod unter Gurken" in Kiel
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11:24 15.07.2019
Von Thorben Bull
Markus Paßlick, Kai Magnus Sting, Henning Venske und Jochen Busse (von links) im Kieler Metro-Kino.  Quelle: Björn Schaller
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Kiel

Klar, dass in der dialogreichen Geschichte "Der Vollmondmörder" von Normalität nicht die Rede sein kann, gerät der Kommissar beim Kauf von Damenstrumpfhosen doch selbst in Verdacht bei Vollmond auf dem Friedhof lebendig Menschen zu begraben. Mittendrin stets Hobbydetektiv Alfons Friedrichsberg, der mehr schlecht als recht ermittelt, wodurch immer wieder flapsige Gespräche zustande kommen ("Soll ich noch wat Bier holen?") und für Lacher sorgen. Neben Friedrichsberg wird vor allem Markus Paßlick vor Herausforderungen gestellt das Vorgelesene mit akustischen Tönen zu untermalen, was wiederum ebenfalls für viel Kurzweil sorgt. Als es in der Geschichte "Kompost" zu Grillgeräuschen kommt, spricht Henning Venske aus, was alle denken: "Jetzt bin ich gespannt."

Jochen Busse ist froh, als es vorbei ist

Da der Ernst an diesem Abend ohnehin keine Rolle spielt, schert das Text-Trio auch gerne mal aus oder zumindest wirkt es so, wenn abermals Venske in "Leichenschmaus" fragt: "Warum essen sie eigentlich nicht den Autor von diesem ganzen Quatsch?" Ebenso Jochen Busse, dem als Herr Wang ein Wandteppich gestohlen wird und der mit starkem, hochtönigen asiatischen Akzent spricht. "Bin ich froh, dass das vorbei ist", so Busse nachdem der Fall gelöst ist erleichtert.

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Zwischen den Krimigeschichten kommen die Kabarettisten und Satiriker einmal mehr auf ihr eigentliches Kerngeschäft zurück. Busse knöpft sich etwa den Geschlechterkampf vor, geht schließlich immer. "Wenn Männer nichts zu tun haben, dann werden sie aggro und das ist schlecht für den Weltfrieden, während Frauen hingegen, wenn sie nicht gerade mit ihrer Freundin telefonieren, sich mit ihr treffen." Kai Magnus Sting kann die Schlagzeile "Männer ohne Hoden dürfen zur Polizei" nicht unkommentiert lassen: "Kann man die dann noch Bullen nennen?" Bei allem Humor steckt jedoch auch ein Fünkchen Wahrheit in den Geschichten, denn schließlich, so Busse in der Schlusspointe von "Kompost": "Am Ende liegen wir alle unter den Gurken."

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