Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Anmelden
Kultur Stadtgalerie Kiel zeigt eindrucksvolle Kunst aus der Antarktis
Nachrichten Kultur Stadtgalerie Kiel zeigt eindrucksvolle Kunst aus der Antarktis
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:19 11.06.2009
Kiel

Packeis türmt sich zu mobilen Bergformationen, feines Schneetreiben lässt die Welt in weißgrauem Nichts verschwimmen, unglaublich blau scheint das glitzernde Meer, nicht minder unglaublich weiß das gebirgige Festland dahinter: Die atemberaubende Landschaft des Kontinents, dessen Südhälfte noch weitgehend unbeeinflusst ist von den Umweltsünden der Industrienationen, ist natürlich ein Thema der Ausstellung. Doch die Künstler begnügen sich nicht mit einem stammelnden Schwelgen in Schönheit. Die Erhabenheit der Natur bietet ihnen vielmehr die Folie für individuelle Ansätze, die in den abgedunkelten Räumen der Stadtgalerie spannend in Szene gesetzt sind.Den Sündenfall Mensch thematisieren die Spanierinnen Mireya und Mercedes Masó, die die Besatzung eines Flugzeugträgers mit der Kamera begleitet haben. Martialische Gesten und schweres militärisches Gerät beherrschen ihre Aufnahmen, während im Hintergrund die unberührte Eislandschaft vorbeizieht. Der Engländer Simon Faithfull schaut durch das kreisrunde Loch eines Ankerschachtes auf das Meer. Im Zeitraffer wechseln die Tageszeiten und mit ihnen das Licht - von gleißendem Sonnenschein in tiefes Nachtblau. Wie sichtbar gemachte Energiefelder bauschen sich transparente, farbige Stoffbahnen in der Performance von Andrea Juan. Methan nennt die Argentinierin ihren Beitrag, der auf das fragile Ökosystem der Antarktis anspielt.Die Ausstellung ist die zweite Kooperation der Stadtgalerie mit dem Goethe-Institut in Rio de Janeiro, dessen Direktor Alfons Hug als Hauptkurator zeichnet. Als Teil des Programms zur 2. Bienal del Fin Del Mundu (2. Biennale am Ende der Welt) wurde sie unter anderem in Ushuaia (Feuerland / Argentinien) sowie in den brasilianischen Metropolen Rio de Janeiro und Sao Paolo gezeigt. Kiel ist die einzige Station außerhalb Südamerikas.„Die Schau passt hierher“, ist Stadtgaleriedirektor Wolfgang Zeigerer überzeugt, „weil die Landeshauptstadt mit dem Leibnitz-Institut für Meereswissenschaften ifM-Geomar das bedeutendste Institut zur Erforschung der Weltmeere beherbergt.“ Und sie ist unbedingt sehenswert. Im Foyer laufen zur Einstimmung Dokumentarfilme über die Antarktis - darunter mit der 80-minütigen Originaldokumentation der Shackleton-Expedition eine echte Perle. Von hier aus dringen Geräusche aus den Ausstellungsräumen, die beinahe zwingend an Kühlaggregate denken lassen. Doch eisig sind hier wohl nur die Arbeitsbedingungen zu nennen, unter denen die Künstler ihre Projekte verfolgten. Einer davon ist der Südafrikaner Thomas Mulcaire. Insgesamt fünf Monate verbrachte er in dem interdisziplinären Forschungsprojekt ITASC, dessen Teilnehmer die Schnittstelle von Kunst und Wissenschaft ausloten und unter anderem dafür sorgten, dass die Station ausschließlich mit Wind- und Sonnenenergie betrieben werden kann. Vom Forschungsschiff aus hat er berstende Eisschollen gefilmt, die von rabenschwarzen Wasserfurchen beiseite gespült werden. Leuchtend rot schiebt sich der gezackte Bug des Schiffes über das grafische Geäst des platzenden Eises, in dessen Oberfläche sich das Rot des Schiffskörpers spiegelt - ein Film wie ein bewegtes Gemälde.

Kultur Kiels Kunsthallen-Chef Dirk Luckow wechselt an Hamburgs Deichtorhallen Kiels Kunsthallen-Chef Dirk Luckow wechselt an Hamburgs Deichtorhallen

Am Mittwoch sah sich Dirk Luckow noch mit Mitgliedern des Stifterkreises auf der Art Basel um - gestern meldete die Kulturbehörde Hamburg, dass der Direktor der Kieler Kunsthalle im Oktober als Nachfolger von Robert Fleck Direktor der Deichtorhallen Hamburg wird.

11.06.2009

Nein, Schnappschüsse seien das nicht, „ich muss auch mal eine halbe Stunde abwarten, bis ich etwas festhalten kann“, sagt der Fotodesigner Grzegorz Marek Sikora über seine Arbeiten.

11.06.2009
Kultur Johannes Janusz Dittloff zeigt Blicke auf Kiel im KirchenKai Johannes Dittloff: Mosaike vorbei fliegender Landschaften

„Man muss weit laufen, um in Schleswig-Holstein einen Gestalter zu finden, der so grafisch ist“, lobt Design-Professor Bernhard Schwichtenberg den Fotografen Johannes Janusz Dittloff.

11.06.2009