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Kultur Raumzeitreise auf der Bühne
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10:10 31.05.2018
Von Ruth Bender
Probe im Werftpark-Theater (v.re.): Astrid Großgasteiger, Kristin Hansen und Lasse Wagner. Quelle: Marco Ehrhardt
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Kiel

Die Geschichte dieses Ijon Tichy zu erzählen, der als Held im Roman Der Futurologische Kongress durch Raum und Zeit reist, ist fast unmöglich. Grenzen zu überschreiten und damit die Vorstellungskraft des Publikums zu kitzeln, ist ein erklärtes Ziel von Astrid Großgasteiger, die als Regisseurin nun ihre Bühnenversion inszeniert.

Hier der unerschrockene Versuch einer Handlungsskizze: Raumfahrer Ijon Tichy, gerät im Umfeld zum „Achten Futurologischen Weltkongress“ in den Aufstand der unzufriedenen Bevölkerung, die eigentlich von chemischen "Begütigungsmitteln" befriedet werden sollte. Tichy wird zu einem der Opfer des Aufstands, wird schwer verletzt in einen Behälter mit flüssigem Stickstoff geworfen und wacht erst in ferner Zukunft wieder auf ...

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„Es ist so ein vielschichtiger Roman, der auch erzählerisch so viele Ebenen beansprucht, so viele philosophische Fragen aufwirft, unter anderem auch die Frage nach dem eigenen Ich “, erzählt die Regisseurin, die Tichy und seine verschiedenen Gefühls- und Erfahrungswelten dadurch erfahrbar machen will, dass dieser Charakter von fünf Schauspielern, dem ganzen Werftpark-Ensemble, dargestellt wird.

Ein dramaturgischer Kraftakt. „Ein Theaterstück sollte mehr Fragen aufwerfen als es beantwortet. Ich möchte zum Denken anregen. Gewisse Stücke sollen und müssen verstören, weil es die Zuschauer dadurch zwingt, ihre Gedanken zu ordnen. Aber, klar, es fordert“, sagt Großgasteiger. Ausstatterin Hannah Landes hat für den Abend eine Art Hotel-Lounge entworfen: "Es geht um eine Zukunft, in der viele Menschen ausgeschlossen sind, wofür Lem eben dieses wunderschöne aber gleichzeitig verstörende Bild des Hilton Hotels entworfen hat. Da ist die Anzahl der Stockwerke egal“.

Premiere: 2. Juni, 18 Uhr. Junges Theater im Werftpark Kiel. Empfohlen ab 14 Jahren. Kartentel. 0431/901901 und www.theater-kiel.de

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