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Steven Spielberg wird 75: Filmemacher auf der Blockbuster-Straße

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16:46 17.12.2021
Manischer Filmemacher: Steven Spielberg, hier 2016 in Cannes, wird 75.
Manischer Filmemacher: Steven Spielberg, hier 2016 in Cannes, wird 75. Quelle: Julien Warnand/dpa
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Los Angeles

„Der weiße Hai“, „E.T.“ „Indiana Jones“, „Schindlers Liste“, „Lincoln“ - so produktiv, erfolgreich und abwechslungsreich wie Steven Spielberg ist kein anderer Hollywood-Regisseur. In einem Alter, in dem viele längst im Ruhestand sind, hat der Filmemacher, der heute 75 Jahre alt wird, gerade Neuland betreten und mit „West Side Story“ das erstes Film-Musical seiner langen Karriere inszeniert. Ein Kindheitstraum.

Er sei 11 Jahre alt gewesen, als seine Eltern eine Aufnahme von dem Broadway-Hit „West Side Story“ (1957) nach Hause gebracht hätten, erzählte der Regisseur Anfang Dezember der Zeitung „Boston Herald“. Mit Begeisterung habe er die Texte gelernt und die Lieder gesungen. Seine eigene Adaption, basierend auf dem Musical-Klassiker aus der Feder von Leonard Bernstein (Musik), Stephen Sondheim (Liedtexte) und Arthur Laurents (Buch), ist seit dem 9. Dezember in den deutschen Kinos.

Die ersten Filme drehte Spielberg als Teenager auf Super-8

Während Filmkritiker „West Side Story“ gute Oscar-Chancen einräumen - die Verleihung findet Ende März statt - arbeitet Spielberg längst an seinem nächsten Projekt. Mit dem autobiografisch geprägten Drama „The Fabelmans“ schaut der Sohn einer jüdischen Familie auf seine Kindheit zurück. Paul Dano („There Will Be Blood“, „Love & Mercy“) spielt eine Figur in Anlehnung an Spielbergs Vater, Michelle Williams („Manchester by the Sea“) die Mutter-Rolle, Newcomer Gabriel LaBelle mimt den jungen Spielberg.

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Schon als Teenager in Arizona drehte Spielberg Filme – mit einer Super-8-mm-Filmkamera, die ihm sein Vater geschenkt hatte. Ende der 1960er Jahre hielt er mit dem Kurzfilm „Amblin“ in Hollywood Einzug. Und nach einigen Lehrjahren als Regieassistent bei TV-Serien drehte Spielberg 1974 seinen ersten Spielfilm, „The Sugarland Express“, ein Roadmovie mit Goldie Hawn.

Der Erfolg kam mit „Der weiße Hai“

Mit dem legendären Gruselschocker „Der weiße Hai“ kam 1975 der Durchbruch. Und außerdem läutete der Filmemacher, damals gerade 28 Jahre alt, die Ära der „Blockbuster“-Filme ein. Mit dem Science-Fiction-Thriller „Unheimliche Begegnung der dritten Art“ und „Indiana Jones“ setzte Spielberg seinen Siegeszug in Hollywood fort. „E.T.“ (1982), der bis dahin kommerziell erfolgreichste Film überhaupt, wurde später von Spielbergs Dinosaurier-Spektakel „Jurassic Park“ noch übertroffen. Filme, die sofort das Kopfkino anwerfen.

So groß und teuer Spielbergs Filme waren, brachten sie auch Milliarden in die Kinokassen. Doch das reichte dem „Blockbuster“-König nicht. Mit „Die Farbe Lila“ (1985, „The Color Purple“) kam die Wende. Das Drama über das Schicksal einer schwarzen Frau in den US-Südstaaten holte elf Oscar-Nominierungen, ging bei der Verleihung allerdings leer aus.

„Schindlers Liste“ brachte Spielberg den Oscar

Sein Oscar-Triumph kam mit dem Holocaust-Drama „Schindlers Liste“. Der Film über das Leben des Industriellen Oskar Schindler, der während des Zweiten Weltkriegs Juden in seinen Betrieben beschäftigte und somit vor dem Tod rettete, kam im Dezember 1993 in die US-Kinos. Der Regisseur drehte über Monate hinweg an vielen Originalschauplätzen, etwa vor den Toren des Konzentrationslagers Auschwitz. Er betrieb Nachforschungen über eigene Verwandte, die im Holocaust getötet worden waren.

„Ich bin nicht mehr der Mensch, der ich war, bevor ich nach Polen ging“, sagte Spielberg, als er 1994 den Golden Globe und dann zwei Oscars für Regie und Produktion des „Besten Films“ erhielt. Der Film gewann insgesamt sieben Oscars. Den zweiten Regie-Preis nahm Spielberg 1999 für den Kriegsfilm „Der Soldat James Ryan“ entgegen.

Nach den Dreharbeiten zu „Schindlers Liste“ gründete Spielberg die Shoah Foundation, um den Holocaust mit Zeitzeugen-Interviews zu dokumentieren. Das riesige Archiv stellt die Stiftung Schulen und anderen Einrichtungen weltweit zur Verfügung. Zum 25. Jubiläum von „Schindlers Liste“ kam der Film 2018 erneut in die Kinos. „Es ist die perfekte Zeit, den Film noch einmal zu veröffentlichen. Wahrscheinlich noch wichtiger, als damals in den 90er Jahren“ sagte Spielberg dem Sender NBC. „Heute steht mehr auf dem Spiel als damals.“

Als Regisseur und Produzent ist Spielberg, Vater von sieben Kindern und seit langem in zweiter Ehe mit der Schauspielerin Kate Capshaw verheiratet, unermüdlich. Vor „West Side Story“ brachte er den Sci-Fi-Thriller „Ready Player One“ (2018) über eine futuristische Online-Welt und das Mediendrama „Die Verlegerin“ (2017) mit Meryl Streep und Tom Hanks auf die Leinwand. Es sei eine tolle Arbeit voller Freude, sagte er 2016 in Cannes, wo er mit „BFG - Big Friendly Giant“ seinen 29. Spielfilm vorgestellt hatte. „Ich werde bis an mein Lebensende Regie führen.“

Von Barbara Munker