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Kultur Mozart und Bach unter einem Dach
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15:58 04.11.2019
Konzert unter der Leitung von Susanne Schwerk zum 50-jährigen Jubiläum des Eyvind-Berggrav-Zentrums in Altenholz. Gespielt wurden die Bach-Kantate "Ich habe genug" und das Mozart-Requiem. Quelle: Esther Marake
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Altenholz-Stift

Eine Totenmesse voller Emotionen, um die sich seit jeher Legenden und Mythen ranken. Der wohl bekanntesten Komposition Wolfgang Amadeus Mozarts nahm sich nun auch die Kirchengemeinde Altenholz anlässlich des 50-jährigen Jubiläums des Eivind-Berggraf-Zentrums an. In Kooperation mit dem Altenholzer Kulturkreis präsentierten die Stifter Kantorei und das Orchester unter der Leitung von Kantorin Susanne Schwerk am gestrigen Sonntag die Süssmayr-Version des „Requiem“ und Bachs Kantate „Ich habe genug“.

Zwischen Ruhe und Unruhe

Bei vollem Haus saßen bereits die ersten wehmütigen Orchestertöne der 25-minüten Bach-Kantate perfekt. Oboist Yahiko Nishira stimmte Bachs Leitmotiv „Ich habe genug“ an, was schon nach wenigen Minuten in einem sich zuspitzenden, furiosen Dialog mit Bass-Solist Sönke Tams Freier mündete. Ein permanenter Wechsel zwischen Ruhe und Unruhe in fünf Sätzen.

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Kraftvoll, stark und berührend

Zunächst zögerlich und bei Totenstille läutete Kantorin Schwerk anschließend den ersten von acht Sätzen des Mozart-Requiems nach Süssmayr ein. Mozart starb noch während der Arbeit an seiner Seelenmesse, die sein vermeintlicher Schüler Franz Xaver Süssmayr vollendete. Innerhalb einer Stunde durchliefen Publikum und Ensemble ein musikalisches Wechselbad der Gefühle: Wut, Traurigkeit, Verzweiflung, Hoffnung und Trost, die Auseinandersetzung mit dem Tod.

Mozarts "Requiem" als Einheit

Das Spiel der Orchestermusiker verschmolz mit den Stimmen zu einer großen Einheit. Der gemischte Chor überzeugte durch präzise wechselnde Stimmzüge. Eine überraschend starke Präsenz zeigten die Bläser bereits ab dem zweiten Satz über dem rhythmisch zuverlässigen Fundament der Streicher.

Zurückhaltende Solisten

Die vier Solisten Caroline Bruker (Sopran), Dorothee Bienert (Alt), Florian Bauer (Tenor) und Sönke Tams Freier (Bass) unterstützten das Requiem zuverlässig, insgesamt jedoch auffällig kultiviert zurückhaltend. Eindrucksvoll, wie sich die inneren Spannungen des unvollendeten Werks zum Schluss mit einem kraftvollen, erlösenden Paukenwirbel aufzulösen schienen.

Von Esther Marake