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22:05 20.12.2018
Von Konrad Bockemühl
Neuer Anziehungspunkt unter den Landesmuseen mit Welterbestatus und erneuertem Ausstellungsgebäude: Wikingermuseum Haithabu. Quelle: SHLM
Schleswig

Wie in vielen anderen Museen ist der Rückgang ums Schloss vor allem im Super-Sommerwetter begründet – das andererseits dem Wikinger Museum Haithabu und dem Freilichtmuseum Molfsee deutliche Besucherzuwächse bescherte.

Auf der Museumsinsel zog die Sommerausstellung zum 80. Geburtstag von Klaus Fußmann knapp 20.000 Besucher an – ein „gutes Ergebnis“. Doch insgesamt büßte die Gottorfer Kunst(-geschichte) in diesem Jahr 19.000 zahlende Gäste (insgesamt 94.000) ein, was neben der hohen Nolde-Messlatte von 2016 eindeutig auf das gar zu gute Wetter zurückgeführt wird: Der Anteil touristischer Gäste ist rund um Schloss Gottorf besonders hoch.

60.000 Besucher mehr in Haithabu

Dem Wikinger Museum Haithabu bescherte die Sonne einen enormen Zuwachs: Zwei Monate nach der Wiedereröffnung des praktisch neu aufgebauten Ausstellungsgebäudes mobilisierte der neue Titel Weltkulturerbe weitere Besucherscharen: Von knapp 100.000 in 2017 auf 160.000 schnellte die Zahl in diesem Jahr hoch. Aber auch Molfsee konnte, wie bereits in den vier vergangenen Jahren, nicht nur mit der Sonderschau „Ländliche Hausgärten“ erneut punkten: Ein Plus von gut 6.500 Besuchern auf knapp 120.000. Alles in allem sprach Wendt von einem erfolgreichen Wirtschaftsjahr: 29 Prozent des Gesamtetats von rund 20 Millionen Euro konnte die Stiftung selbst erwirtschaften.

Viel in Bewegung, vieles geschafft

Es ist noch viel in Bewegung, aber es wurde auch vieles geschafft im Stiftungsspektrum. Neben dem Wikingermuseum (3,6 Millionen Euro) wurde auch das Zentralmagazin der Stiftung auf Schleswigs Hesterberg (3,7 Millionen Euro) fertiggestellt, das seit fünf Monaten nun mit jenen Exponaten bestückt wird, die über die gesamte Stiftung zu magazinieren sind.

Viele stammen aus der Volkskunde, und damit aus Molfsee – wo die Stiftung derzeit ihre größte Baustelle hat: Das neue Eingangs- und Ausstellungsgebäude (10 Millionen Euro) zeigt bereits klare Konturen. Jetzt geht es an die Konzeption der neuen Dauerausstellung. Am 1. November 2020 soll, auch mit neu hergerichteten Parkflächen, die Eröffnung beider Gebäude gefeiert werden und damit neue Winter-Attraktivität.

Neu- und Umbau auf Gottorf ab 2023

Vom Masterplan für die Schlossinsel war in der Jahrespressekonferenz kaum die Rede. Auch wenn die aktuellen Besucherzahlen die Dringlichkeit unterstreichen dürften, sich hier für die Zukunft attraktiver aufzustellen. Problem lange erkannt: Es wird wenig sichtbar, aber nicht minder intensiv daran gearbeitet, versichert Stiftungsvorstand Claus von Carnap-Bornheim. Im ersten Quartal 2019 sollte der Architekten-Vertrag stehen. Für 2023 ist der Neu- und Umbaubeginn geplant, Dann wird das Schloss selbst bis 2025/26 geschlossen – nicht aber die Schlossinsel mit ihren verschiedenen Ausstellungshallen.

Und das sind die großen Kunst-Ausstellungsprojekte 2019:

Zwei Jahre nach dem Expressionisten Nolde ist in der Gottorfer Reithalle die Zeit nun reif für Olde: „Der Impressionist des Nordens“ soll in der Sommerausstellung (26.4.-20.10.) auf der Schlossinsel so „umfassend wie noch nie“ vorgestellt werden, kündigte gestern Stiftungsvorstand Claus von Carnap-Bornheim an: Hans Olde der Ältere (1855-1917), auf einem Gut im holsteinischen Süderau geboren, verbrachte später auf Gut Seekamp bei Kiel seine glücklichsten und schöpferisch reichsten Jahre. Zu sehen vom 26. 4. bis zum 20. 10.. Bis zum 24. März läuft in der Reithalle noch die vielbeachtete Schau „Per Kirkeby. Aus der Natur".

Im Kreuzstall knüpft die Ausstellung „Spannungsfeld Weimar. Kunst und Gesellschaft 1919-1933)“ vom 31. 3. bis 3. 11. auch an Olde an. Die starken politischen, sozialen und gesellschaftlichen Umbrüche der ersten deutschen Demokratie spiegeln sich auch in einer Vielfalt von Kunst-Stilen und -Strömungen wider – zu sehen ist Kunst etwa von George Grosz, Max Liebermann, Georg Tappert, Wenzel Hablik, Ernst Barlach oder Käthe Kollwitz.

„Von Friedrich bis Feininger, von Cezanne bis Klee“ ist eine Präsentation mit Landschaftszeichnungen aus der Sammlung des Kunsthändlers Walter Feilchenfeldt betitelt -  in der Galerie der klassischen Moderne (26. 5. - 15. 9.).

Rainer Kurka in Büdelsdorf, Karin Witte in Cismar

Werke des Bildhauers Rainer Kurka als Interventionen in seiner Dauerausstellung zeigt das Eisenkunstgussmuseum Büdelsdorf vom 22. 8. bis zum 8. 12.: Fantasievoll-natürliche, lebensgroße Terrakottaskulpturen werden hier in einen spannenden Kontrast gestellt zu den gusseisernen Personendenkmälern des 19. Jahrhundert.

Im Kloster Cismar schließlich widmet sich vom 14. 4. bis zum 20. 10. eine Sonderausstellung der Hamburger Künstlerin Karin Witte. In ihren Gemälden pendelt die 80-Jährige zwischen Figuration und Abstraktion, macht Spontaneität wie auch Kalkül sichtbar.

Auch der Internetauftritt der Landesmuseen ist nun neu und smartphonegerecht gestaltet.

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