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Kultur Neue Ideen, neue Fragen
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19:08 22.04.2019
Von Ruth Bender
Sorge um die Freiheit der Kunst: Kunstbeirats-Vorsitzender Peter Thurmann. Quelle: Marco Ehrhardt
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Kiel

Beklagt hatten Vertreter des aktuellen Beirats, der die Stadt in Sachen Kunst im öffentlichen Raum berät, mangelnde Beteiligung und Transparenz. Außerdem fürchteten sie um die Unabhängigkeit des Kunstbeirats. Die neue Vorlage aus dem Kulturamt greift nun einige der Anregungen auf, wirft aber gleichzeitig auch neue Fragen auf. So fühlen sich das Gremium um den Kunsthistoriker und Vorsitzenden Peter Thurmann, das derzeit an einem Projekt mit der Berliner Künstlerin Tina Schwichtenberg zum 70. Jahrestag des Grundgesetzes auf dem Rathausplatz arbeitet, erneut auf den Plan gerufen.

Nur noch ein Künstler vom BBK

Hauptstreitpunkt war im Winter neben der Amtsperiode die Neubesetzung, die dem BBK ein Vorschlagsrecht für zwei Künstler in dem Gremium einräumte und außerdem den bisherigen Architekten sowie eine „kunstsachverständige Person“ (etwa ein Kunsthistoriker) durch einen Landschaftsarchitekten und den jeweiligen Brockmann-Preisträger ersetzte. Das hat die aktuelle Vorlage geändert, so dass nun entweder ein Architekt oder Landschaftsarchitekt zur Wahl stünden. Außerdem würde der BBK nur noch einen Künstler vorschlagen, während der zweite Vorschlag von der Kulturdezernentin käme.

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Letzteres steht aber auch für eine Verlagerung und Stärkung der Rolle von Politik und Verwaltung im Kunstbeirat, die sich auch an anderer Stelle deutlich zeigt. So sollen anders als bisher nicht mehr nur die stärksten Fraktionen (mit derzeit fünf Vertretern) vertreten sein, sondern alle Ratsfraktionen. Bei derzeit acht Parteien plus die Stadträtin für Stadtentwicklung stünden auf diese Weise neun politische Vertreter fünf Kunstsachverständigen (zwei Künstler, der Direktor der Stadtgalerie, der Präsident der Muthesius Kunsthochschule und der Brockmann-Preisträger) gegenüber.

Sorge um die Unabhängigkeit

Ein Übergewicht, angesichts dessen der amtierende Kunstbeirat einen Verlust an Unabhängigkeit des Gremiums, aber auch an Freiheit der Kunst befürchtet. „Der Kunstsachverstand steht hier nicht mehr im Vordergrund“, so Helga Helmig. Und Ingrid Lietzow sagt es noch drastischer: „Der Kunstbeirat wird hier zum Appendix der Politik.“ Peter Thurmann führt ins Feld, das es auch anders geht: etwa im Beirat für Stadtgestaltung. Dort seien gleich fünf freie Architekten vertreten. Kulturdezernentin Renate Treutel war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Stutzig macht zudem ein weiterer Punkt: Zwar hat man wie empfohlen die Amtsperioden der Kunstbeiratsmitglieder sinnvoll verlängert, beim Radikalschlag aber würde es auch nach dem aktuellen Vorschlag bleiben, der Kunstbeirat per rückwirkender Verordnung komplett ausgewechselt. Ein Punkt, dessen Rechtmäßigkeit der Beirat nun vom Rechtsamt der Stadt schriftlich geklärt wissen möchte.

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