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Kultur Eindringlich: Falladas Klassiker
Nachrichten Kultur Eindringlich: Falladas Klassiker
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19:03 23.01.2019
Von Sabine Tholund
Athmosphärisch dicht: der Studierendenclub im Jungen Theater am Werftpark intensiviert Falladas Roman szenisch. Quelle: Stefan Louisoder
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Kiel

Der Studierendenclub des jungen Theaters im Wertpark spielt Falladas Klassiker "Jeder stirbt für sich allein", geschrieben nach einer wahren Begebenheit unter dem Eindruck von Krieg und Terror der Nationalsozialisten. Es ist die zweite Produktion des Clubs in dieser Spielzeit, eingerichtet von Karolin Wunderlich.

Bühnenfassung des Romans

Loyalität, Menschlichkeit und der Mut zum Protest sind Thema des Romans, der in der Bühnenfassung von Luc Peceval und Christina Bellingen derzeit auch am Hamburger Thalia-Theater gespielt wird. In Wunderlichs Inszenierung gibt es keine festgelegten Rollen, jeder spielt hier jeden. Das funktioniert wunderbar und steigert die Aufmerksamkeit der Zuschauer, die bisweilen mitten im Geschehen sitzen, wenn die Akteure bis in die hinteren Sitzreihen der Tribüne vordringen.

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Macht der Massen, stiller Protest

Die Spieler sind Mob, Meute und zischelnde Gerüchteküche, beschwören durch chorisches Sprechen wiederholt die Macht der Massen. „Ich habe in dem Stück gefunden, wonach ich suchte“, sagt Wunderlich. Nicht zuletzt aufgrund des Wiedererstarkens der Rechten in Deutschland habe sie zum Thema Protest arbeiten wollen, der so unterschiedliche Gesichter aufweise. Quangels Prostest ist still – nichts Großes, Lautes, sondern etwas, das zu seinem Wesen passt. Atmosphärisch gelingt auch der sparsame Einsatz von Gesang und Gitarrenspiel (Alexander Bräge). Der Besuch lohnt sich!

Junges Theater im Werftpark. Karten: 0431 / 901 901 www.theater-kiel.de