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Kultur Klangbilder für den breiten Pinsel
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11:24 25.03.2019
Von Thomas Richter
Georg Fritzsch, Generalmusikdirektor der Landeshauptstadt Kiel verabschiedete sich mit einen "Symphonic Best-Of Udo Jürgens" von den Con spirito Konzerten, Quelle: ehr - Marco Ehrhardt
Kiel

Mit einem "Symphonic Best-Of Udo Jürgens" verabschiedete sich Kiels Noch-GMD Georg Fritzsch glorreich von den Con Spirito Extrakonzerten. Ob Udos unsterbliche Hits Schlager, Lieder oder doch Chansons seien, fragte Wolfgang Haendeler eingangs sich selbst und das Publikum. Der das Konzert kenntnisreich und unterhaltsam moderierende ehemalige Chefdramaturg der Kieler Oper wagte dann eine Festlegung: Lieder. Einverstanden. Enrique Ugarte, der diese Lieder exklusiv für die Kieler Philharmoniker bearbeitete, hatte möglicherweise aber etwas Gewaltigeres im Kopf. 

Zwischen Breitwand, Broadway, Big Band und Burt Bacharach

Der im Bereich Film, Theater, Musical und Pop-Klassik erfahrene und erfolgreiche Arrangeur jedenfalls entschied sich bei seinen Klangbildern für den breiten Pinsel, das große Kino. Seine  saftigen Arrangements pendeln zwischen Breitwand, Broadway, Big Band und Burt Bacharach. Es swingt und groovt, es rauscht und tost, es glitzert und funkelt. Kaum ein Song, der nicht im brausenden Crescendo explodiert.  Sicher, die Pepe Lienhard Band, die Jürgens bei unzähligen Live-Auftritten begleitete, war jetzt auch nicht gerade kammermusikalisch unterwegs. Aber verglichen damit, schwelgten die technisch wieder einmal brillanten Philharmoniker in etwas zuviel, weil eben kaum gebrochener Opulenz. Diese Pracht machte es dem Musicalstar und Udo Jürgens-Interpreten Marc Clear nicht immer leicht. Der Sänger, der sich nahezu jeden Udo-Jürgens typischen Gestus versagte, am Pult stand und häufig "vom Blatt" sang,  hatte zuweilen Mühe, sich gegen die "Wall of Sounds" in seinem Rücken zu behaupten. Gaby wartet im Park, "Mit 66 Jahren" oder das zur Über-Hymne ausgestaltete "Immer wieder geht die Sonne auf" wandelten, was die Sänger-Orchester Balance anging tatsächlich auf seifigem Parkett. 

Annäherung ohne Anbiederung

Natürlich ist Clear ein hervorragender Interpret und es gelingt ihm auch, sich dem Gesangstil des Originals anzunähern. Glücklicherweise nicht anzubiedern. Er dehnt die Vokale, er verfügt über dieses Jürgens-typische Vibrato, seine Phrasierung ist stimmig, bleibt aber eigenständig. Und das ist gut. Denn in den Momenten, die dem Künstler entsprechenden Freiraum ließen, etwa bei den von zarten Streichern begleiteten ersten Strophen von "Griechischer Wein", dem Auftakt von "Paris einfach nur so zum Spaß" oder auch "Ich war noch niemals in New York atmeten" seine Interpretationen wirklich auch den intimen Esprit der Jürgens'schen Juwelen. 

Kompositorische und inhaltliche Vielfalt

"Willkommen in der Welt der 1000 Träume, wo es so vieles zu entdecken gibt. Verrücktes und Verspieltes und Gedanken, Übermut, Verzweiflung und Gefühl." heißt es in dem 1981 erschienenen Jürgens-Titel "Willkommen in meinem Leben". Der Song befand sich zwar nicht im Programm des Abends, vermittelt aber gleichwohl einen Eindruck von der kompositorischen und inhaltlichen Vielfalt im Schaffen des Multitalents. Und so konnte das umjubelte Konzert natürlich aus dem Vollen schöpfen und tat sich über die bereits genannten Nummern hinaus mit Knallern wie  "Aber bitte mit Sahne", "Merci Chérie" oder "Ein ehrenwertes Haus" diesbezüglich wirklich keinen Zwang an.

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