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Kultur Theater Augenblicke spielt Dea Loher
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08:00 10.12.2016
Von Alev Doğan
Regisseurin Julia Hasenpusch (vorn) und ihr Ensemble am Spielort bei Dela. Quelle: Michael Kaniecki
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Kiel

„Das Kernthema ist Radikalisierung – durchzogen mit Hinweisen auf die erste Generation der Roten Armee Fraktion“, erzählt Hasenpusch vom Theater Augenblicke. Die Parallelen sind offensichtlich: Eine Gruppe von Personen, die mit den politischen und gesellschaftlichen Umständen ihrer Welt unzufrieden sind und sich auf einen Guerillakampf vorbereiten. Hauptperson des Stücks ist die Journalistin Marie – frei nach Ulrike Marie Meinhof. Anhand ihrer Person stellt das Stück die Frage, wie es dazu kommt, dass Menschen sich einer Idee verschreiben. So lässt die Autorin Marie zwischen den Polen Freiheit, Familie und Ideologie oszillieren. „Sie steht vor einem Scheideweg: Soll sie sich in eine bürgerlich-angepasste Existenz zurückziehen oder den politischen Kampf gegen das System fortführen?“, skizziert Hasenpusch das Dilemma ihrer Hauptperson.

Eine Herausforderung ist das Stück nicht nur wegen seines Inhalts, sondern auch in seiner Form: „Es gibt im gesamten Text keine orthografischen Zeichen, kein Komma, kein Punkt.“ Umso freier ist die Regisseurin in ihrer Inszenierung. Poetische Stellen, die reich an Metaphern sind, wechseln sich ab mit phrasenhaften Parolen. „Dea Lohers Sprache ist jung und modern, aber eben keine hypermoderne Textcollagen ohne Sender und Empfänger. Trotz verfremdender Elemente, bleibt die Story ganz zentral.“

Sechs Schauspieler zwischen 18 und 57 Jahren bringt Hasenpusch auf die Bühne. Ist ihr die Rolle der Regisseurin schwer gefallen? Schließlich stand die 25-Jährige in Was ihr wollt selbst noch vor kurzem mit „ihren“ Schauspielern auf der Bühne. „Klar, ich war sehr nervös. Das sind alles erfahrene Schauspieler.“ Es sei für sie an der Zeit gewesen, endlich selbst Regie zu führen. Ob es funktioniert, ob es ihr liegt. „Und ich kann sagen: Ich fühle mich sehr wohl darin.“ Zudem hat Hasenpusch für Leviathan nicht nur die Regie, sondern auch Bühnenbild, Kostüme, Videos, Beleuchtungskonzept, und Musik übernommen.

Am Tag nach der vereinsinternen Premiere ist Hasenpusch nach München gefahren. Dort hospitiert sie drei Monate am Residenztheater. Derweil ist ihre erste öffentliche Premiere in Kiel am Sonnabend (17.12.) bereits ausverkauft.

Termine bei Dela, Eggerstedtstr. 7-9. So, 18. Dez., 18 Uhr; Januar jew. Sa, 20.30 Uhr, So, 18 Uhr. Karten 0431/93050

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