Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Anmelden
Kultur Songs aus tiefer Seele
Nachrichten Kultur Songs aus tiefer Seele
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:15 11.10.2018
Von Thomas Bunjes
Foto: Enorme Soundfülle, charismatischer Gesang: Chastity Brown und ihr Tourgitarrist Luke Enyeart.
Enorme Soundfülle, charismatischer Gesang: Chastity Brown und ihr Tourgitarrist Luke Enyeart. Quelle: Michael Kaniecki
Anzeige
Kiel

Die pure Freude war zuvor über die Bühnenrampe in der Hansa48 in Kiel geschwappt. Überglücklich sei sie gerade, gestand die Kieler Sängerin Yana nach ihrem exquisiten Vorprogramm dem Publikum, das auch ihren letzten Song "Dear Mary" – ein feines, souliges Stück mit dezentem Groove und perlenden Läufen auf der Akustikgitarre – mit Beifall überschüttet hatte. Üppig farbig ist die Stimme der jungen Singer-Songwriterin, extrem beweglich und sicher.

Intensive Americana-Songs

Es sei gut, so viele bekannte Gesichter zu sehen, begrüßt Chastity Brown die offenarmige Hansa48, wo sie 2012 zwei ausverkaufte Konzerte gegeben hatte – ihre ersten in Europa. Sensibel zeigt sich die Sängerin aus Minnesota in ihren intensiven Americana-Songs.

Einfühlsam unterstützt wird sie von Luke Enyeart, der auf seiner halbakustischen Gitarre flächige Sounds mit reichlich Hall und manchmal Slide erzeugt. Die Sängerin setzt auf der Konzertgitarre perkussive Akkorde. Eine enorme Klangfülle für zwei Instrumente, hin und wieder gesellt sich noch eine stampfende Bass-Drum hinzu.

Lieder, die berühren

Vor allem aber ist es diese charismatische, oft leicht gepresst wirkende Stimme. Jetzt rau, dann weich, kraftvoll aus der Brust, glockenhell vom Kopf. Viel gelebtes Leben schwingt mit. Wie in ihren tief berührenden Liedern.

Die intensive Ballade "Bloom", für die sich Brown ans Klavier setzt und erzählt, wie es sich anfühlt, als Persönlichkeit zu wachsen. Das rockige "Drive Slow", Opener des neuen Albums "Silhouette Of Sirens". Eine Art Meditation namens Whisper über Prince, der wie die 36-Jährige in Minneapolis gelebt hat, in der sie auch Folk-Harp spielt. "Mad Love", wo das Publikum melodiös mitsingt.

Einen Schlusspunkt, nach dem nichts mehr kommen darf, setzt das getragene "Lost", eindringlich wie ein Gebet. Sie sei nicht religiös, hatte Chastity Brown während des Konzerts gesagt. Gläubig aber schon.