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Kultur Das absurde Grundrauschen der Welt
Nachrichten Kultur Das absurde Grundrauschen der Welt
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22:00 03.06.2015
Von KN-online (Kieler Nachrichten)
Voller skurriler Ideen: Ulan & Bator im Metro-Kino Kiel. Quelle: bos: Björn Schaller
Kiel

Im mit knapp 70 Leuten trotz Fußball-Ausnahmezustand besuchten Metro-Kino war der Beifall am Ende ein begeisterter. Von momentkurzen Miniaturen bis zu ausgewachsenen Szenen, von Slapstick über Kabarett bis zu absurdem Theater blenden Sebastian Rüger und Frank Smilgies ihre Minidramen ineinander. Da mobbt der eine Raucher den anderen aus der zu engen Raucherkabine mit unerlaubten Tiefschlägen: „Sarah-Wagenknecht-Vergleiche gehören sich nicht unter Demokraten!“ Oder das Duo lebt seine Lust am schrägen Sprachspiel aus: „Im Kühlschrank sitzt ein Zwerg aus Käse / ziemlich pelzig, grün und böse“. Das ruft schon mal Erinnerungen an den wunderbaren Autor Robert Gernhardt hervor. An anderer Stelle verlassen sich die beiden Akteure ganz auf ihre komische Körperlichkeit: Wenn sie als zwei Väter auf dem Spielplatz sitzen und der eine mit zuckenden Gliedern und rollendem Auge von den Nebenwirkungen seiner Medikamententests erzählt. Denn, so sehr hinter manchen grotesken Dada-Aktionen der Spaß an der puren Irritation aufleuchtet, so satirisch zugespitzt sind die ins Kabarettistische weisenden Nummern. Die Spielplatz-Väter sind Akademiker, doch zum Leben reicht es nicht. Ihre Kinder haben sie umgetauft – gegen Werbeeinnahmen: aus Thorben wird Toshiba, aus Henri Heineken. Am meisten Geld bringt aber der kleine Heckler & Koch nach Hause.

 Hilfloses Gelächter übermannt dagegen manche Zuschauer, als das Duo minutenlang mit ihren Stühlen schiebend und schabend eine Persiflage hinlegt, die es mit der berühmten „Hurz“-Nummer von Hape Kerkeling aufnehmen kann. Die auch optisch saukomische Geräuscherzeugung entpuppt sich als „fünfstündiges Opus“ eines kasachischen Komponisten aus der Reihe: „Klassik modern!“. Unglaublich, wie viele Ideen Ulan & Bator in knapp zwei Stunden unterbringen. Am Ende setzen sie ihre Mützen wieder ab, der Rest ist Applaus. Von Beate Jänicke

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