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Kultur „Unheimlich perfekte Freunde“: Original und Double
Nachrichten Kultur „Unheimlich perfekte Freunde“: Original und Double
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07:00 04.04.2019
Noch lachen die anderen: Aber bald bekommt Frido (Luis Vorbach) Verstärkung von noch einem Frido. . Quelle: Foto: Square One
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Hannover

Wer hat in der Schule – brütend über Aufgaben – nicht schon mal von einem Doppelgänger geträumt, der die Mathearbeit schreibt, die physikalischen Gesetze wie im ff herunterbetet oder beim Deutschaufsatz die passenden Formulierungen findet? Bei Frido (Luis Vorbach) bleibt es nicht beim Traum. Auf der Kirmes landet er in einem Spiegelkabinett, drückt neugierig einen roten Knopf, und schon tritt sein Ebenbild heraus und versichert ihm, es könne alles, was Frido nicht kann.

Jetzt klappt der Unterricht wie am Schnürchen. Der Übergang zum Gymnasium scheint gesichert. Zu Hause wundert sich die Mama über das aufgeräumte Zimmer. Als dann aber auch noch Fridos bester Kumpel, Musterschüler Emil (Jona Gaensslen), sich ein Double zulegt, das nicht mehr brav lernt und die anderen frech als „Luschen“ bezeichnet, wird es kritisch. Am liebsten würden bald schon beide ihre Doppelgänger zurückschicken, die sukzessive ihr Leben übernehmen. Nur wie?

Regisseur Marcus H. Rosenmüller, gerade auch mit dem Fußballdrama „Trautmann“ im Kino, legt einen etwas altmodischen, aber charmanten Film vor. Er nimmt den heutigen Leistungsdruck und Helikopter-Mütter unter die Lupe. Sein Plädoyer für eine menschliche Schule, mehr Freiheit und Individualität ist ein Familienfilm mit Diskussionspotenzial. Ärgerlich allerdings die sinnlos überzeichneten Lehrerfiguren wie aus einem Horrorkabinett der 1950er Jahre.

Von Margret Köhler / RND

Thomas Bunjes 03.04.2019