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Kultur Von Chat-Verlauf zur Schwangerschaft
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16:03 22.01.2017
Von Thomas Richter
Im einfachen aber mit seiner Strand-und Lebensbaum-Ästhetik sehr sinnfällig gestalteten Raum von  Ausstatterin Marie Lauerbach liefern die drei Schauspieler eine unglaublich intensive Vorstellung. Quelle: Olaf Struck
Kiel

Man sieht ein Drama, ja, eine erschütternde Tragödie und es bleibt wenig Raum für Hoffnung. Sagen wir es mal so: Das Publikum braucht mehr als Sexualkunde, um diesen spannenden Abend in in hinreichendem Maße verinnerlichen zu können.

Die Geschichte ist so alt wie die Welt. Michael (Lasse Wagner) und Rose (Kristin Hansen) sind Teenager, entdecken die (körperliche ) Liebe und aus Verliebtheit oder aufgrund romantischer Verblendung vergessen sie, zu verhüten. Die Arme Rose wird schwanger. Eine Kind, die ultimative Katastrophe im Leben von jungen Menschen, die zwar jede App auf dem Handy aktualisieren, aber einfachen biologischen Prozessen ziemlich fassungslos gegenüberstehen. Rose beschließt, die Schwangerschaft zu verheimlichen. Bis zum erschütternden Ende.

In ihrer Not findet Rose Hilfe bei ihrer Freundin Liv (Pia Leokadia). Doch deren im besten Sinne prognostizierten unbequemen Wahrheiten überfordern dieses vor kurzem noch jungfräuliche Verhältnis. Rose verliert sich in einem Tunnel, dessen Düsternis nur erhellt wird, wenn das Kind, diese menschgewordene Blockade einer geordneten Zukunft, eines guten Verhältnisses zu den Eltern, einer  zufriedenen Partnerschaft, schlicht einer in Freiheit und Unbeschwertheit gelebten Jugend beseitigt wird.

Dabei ist es beängstigend zu erleben, dass in der von Dramaturg und Regisseur  Christoph Busche ersonnenen und konsequent umgesetzten Stückfassung des bekannten Romans von Dianne Touchell tatsächlich kein Gedanke daran verschwendet wird, dass es hier um ungeborenes Leben geht. Elternschaft ausgeschlossen. Es wird konsequent die Sichtweise überforderter Teenies eingenommen, für die ein Baby die größte Katastrophe des Lebens ist. Eben weil es sich nicht so einfach „löschen“ lässt wie ein Chat-Verlauf bei What's App.

Im einfachen aber mit seiner Strand-und Lebensbaum-Ästhetik sehr sinnfällig gestalteten Raum von  Ausstatterin Marie Lauerbach liefern die drei Schauspieler eine unglaublich intensive Vorstellung. Und sollte ihre Darstellung Klischees bedienen, dann liegt das einfach daran, dass Jugend an sich ein Klischee sein kann. Zwischen der „Bravo“, Casting-Shows und Kuscheltieren liegt in dieser Zeit eben oft nur ein (grob geschminkter) Wimpernschlag. Weswegen der oftmals eingespielte Song You Don't Own Me das überaus passende musikalische Thema des Abends war. Denn die 1963 von der damals 17-jährigen australischen Sängerin Lesley Gore unvergleichlich interpretierten Nummer trifft mit der einnehmenden Mischung  aus Romantik und selbstbestimmten Aufbegehren genau den Kern einer unbequemen aber höchst empfehlenswerten Inszenierung.

Maskierte Wrestler, Striptease und Rock'n Roll in Symbiose gab es am Samstagabend beim "Rock'n Roll Wrestling Bash" in Hamburg zu sehen. Während das "El Brujo's Gorechestra" dem Publikum im Club Grünspan im Stadtteil St. Pauli einheizte, lieferten sich Wrestler mit Namen wie "The Hillbilly Bruiser" oder "Boris The Butcher" akrobatische Schaukämpfe.

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Neubauten im Neubau: Die Berliner Kultband Einstürzende Neubauten hat am Samstagabend in der ausverkauften Hamburger Elbphilharmonie das Publikum begeistert. Die legendären Avantgarde-Pioniere ließen mit ihren mal lauten, mal mystischen und mal experimentellen Klängen die spezielle Akustik des Konzerthauses zur Geltung kommen.

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