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Kultur Auf der Suche nach der Bewegung
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07:00 29.03.2019
Von Ruth Bender
Immer offen für neue Tanzsprachen: (v.li.) Yaroslav Ivanenko und Gastchoreograf Georg Reischl im Ballettsaal im Kieler Opernhaus. Quelle: Marco Ehrhardt
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Kiel

Die Energetik und der besondere Sound hat Georg Reischl an dem balinesischen Tanzritual "Kecak" begeistert, aber auch das Phänomen des Rituals - Ausgangspunkt für die neue Arbeit, die er mit der Kieler Compagnie entwickelt hat. Dazu hat der Schweizer Schlagzeuger und Komponist Vincent Glanzmann, mit dem der Österreicher schon lange zusammenarbeitet, eigens eine Musik geschrieben.

Auch die klassische Form ist wichtig

"Die hat die Kraft, Bewegung zu evozieren", sagt Reischl und beschreibt seinen Ansatz als die Suche nach einer zeitgenössischen Bewegung: „Wir gehen von Energien aus. Die versuche ich, durch die Körper der Tänzer freizusetzen. Ich suche eine Bewegung, die organisch ist. Aber natürlich spielt auch die klassische Form ihre Rolle.“

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Reischl, der bereits zum zweiten Mal in Kiel choreografiert, schätzt die Arbeit mit den ihm unbekannten Tänzern: „Die muss ich erstmal austesten, sie aus ihren Gewohnheiten holen.“ Auch Ivanenko, der stets offen ist für andere Tanzsprachen, hat sich auf diese Weise von seiner Compagnie überraschen lassen: „Georg zum Beispiel geht in die Compagnie und lässt die Tänzer einfach improvisieren. Und es ist spannend zu sehen, was dabei entsteht.“

Das Ballett entstand wie ein Puzzle

Auch Kiels Ballettchef ist bei seiner Choreografie von einem Sound aus gegangen. Der italienische Komponist Ezio Bosso hat den Kieler Ballettchef schon länger beschäftigt. Eher abstrakt hatte er sein Ballett geplant, aber dann hat Ivanenko auch die mysteriöse Persönlichkeit Bossos, der mit einem schweren Nervenleiden lebt, gepackt: „Ich habe seine Biografie gelesen. Und so ist vielleicht auch etwas von seinem Leben in die Choreografie eingeflossen.“

Sein Stück, sagt er, sei quasi wie ein Puzzle entstanden: „Ich wusste nie, wohin es diesmal geht", so Ivanenko, "aber die Minimal Music mit ihren festgelegten Strukturen führt einen ja …“

Premiere, 30. März, 19.30 Uhr, Opernhaus Kiel. Karten: 0431 / 901 901, www.theater-kiel.de