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Kultur Video: Markus Jan Weber auf der KN-Bühne
Nachrichten Kultur Video: Markus Jan Weber auf der KN-Bühne
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14:46 13.04.2020
Von Kai-Peter Boysen
Markus Jan Weber ist großer Fan der amerikanischen Rockband Toto und deren Tastenmann David Paich. Quelle: Ulf Dahl
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Kiel

„Ich bin lange Zeit als Ozean-Pianist zur See gefahren“, schickt Markus Jan Weber seinem Auftritt voraus, „jetzt beschäftige ich mich für ein großes Freizeitunternehmen mit der Einstudierung von Gesangssolisten für das Programm auf großen Schiffen.“ Wann die jedoch an Bord gehen können, um das Gelernte auf die Bühne zu bringen, steht in den Sternen – die Arbeit ruht, Markus Jan Weber ist derzeit zwangsweise beschäftigungslos. Die KN-Bühne bietet dem Pianisten, den man getrost als wandelnde Musicbox bezeichnen kann, die Gelegenheit, eine kleine Kostprobe seines Könnens und Repertoires zu zeigen. Mit Stevie Wonders „Shelter in the Rain“ legt er los. Es sei ein Song, der Trost spende „in einer Zeit, in der sich Nähe neu definiert“, so Markus Jan Weber, „es fehlt das Gegenüber.“

Video: Markus Jan Weber auf der KN-Bühne

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Partnerschaftliche Beziehungen stünden ebenfalls momentan in einem neuen Licht, daher hat er als weiteren Titel „Romeo And Juliet“ aus der Feder von Mark Knopfler (Dire Straits) gewählt. „Vieles, was in Beziehungen bisher unter der Oberfläche schwelte, bekommt in der Krise eine andere Präsenz“, meint Weber dazu. Auch ein eigener Titel ist dabei: „Seven Sisters“, eine wunderbare Komposition aus perlenden Tönen, ist inspiriert von dem gleichnamigen Wasserfall im norwegischen Geirangerfjord, der sich zu Zeiten der Schneeschmelze tatsächlich in sieben einzelnen Wasserfällen in den Fjord ergießt. „Sehr imposant“ sei das, meint Markus Jan Weber, der diesen Anblick einige Male genießen durfte, denn seit 2004 ist er auf Kreuzfahrtschiffen unterwegs.

Seit 17. März ruht der Probenbetrieb

Mittlerweile ist er nur noch dann an Bord, wenn das Programm der von ihm musikalisch vorbereiteten Künstler seine Bord-Premiere feiert. Da die Programme regelmäßig wechseln, gibt es in der Vorbereitung der Ensembles genug zu tun für den Mann aus Dänisch Nienhof. „Bis Dezember“ habe seine Planung bereits gestanden, „seit 17. März ruht der Probenbetrieb komplett.“

KN-Bühne: Spendenaktion

KN-Bühne: So können Sie freie Künstler aus der Region unterstützen

Die KN-Bühne lädt von Di-So jeweils um 20 Uhr auf KN-online zur Vorstellung und bietet den vom Veranstaltungsverbot der Corona-Krise schwer betroffenen freien Künstlern eine Plattform.

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Am Dienstag, 14. April 2020, um 20 Uhr auf der KN-Bühne: Claudia Piehl aus Eckernförde

Traummelodien am Steinway

Der 43-Jährige ist großer Fan der amerikanischen Rockband Toto und deren Tastenmann David Paich: „Was er spielt, sein Feeling und Timing, geht mir direkt in die Seele“, erzählt er mit strahlenden Augen. Seine organische Version von „Africa“ („Ein großartiger Song“), die Markus Jan Weber mit feinen Improvisationen füttert, bringt seine Leidenschaft für Toto unmissverständlich zum Ausdruck. Auch die Dramatik und Dynamik von „Purple Rain“, die er ohne Gesang nur mithilfe der Finger auf der Tastatur abbildet, lässt einen die doch etwas sterile Atmosphäre der menschenleeren Halle vergessen.

Diese Künstler standen auf der KN-Bühne - zu den Videos:

Im Eckernförder Spieker spielt Markus Jan Weber für gewöhnlich immer dienstags „Traummelodien am Steinway“. Da spielt er gute vier Stunden am Stück Wunschtitel, die man ihm per Zettel reichen kann. Natürlich wiederholt sich so mancher Wunsch, aber sein Repertoire an Pop, Rock und Filmmusik sei so groß, dass er fast 90 Prozent der Wünsche sofort erfüllen könne, erzählt er. „Ich musste mich so ein bisschen disziplinieren, heute nicht einfach durchzuspielen“, verrät der versierte Barpianist, der aufgrund des Wechsels der Kameraposition Zwangspausen einlegen musste.

Mit dem Hauptthema des Films „Local Hero“, ebenfalls von Mark Knopfler, beendet Markus Jan Weber seinen Auftritt. „Das Zeitgeschehen hat Einfluss auf die Interpretation der Musik“, konstatiert Weber, „so wie heute werde ich die Titel wahrscheinlich nie wieder spielen.“ Mit seinen Auftraggebern stünde er in Kontakt, er lese und übe viel, und bis es weiter gehe, halte er sich an das Krisen-Motto: „We Will Rise In It!“

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