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Kultur KN-Bühne: Das sind die Künstler vom 5. bis zum 10. Mai
Nachrichten Kultur KN-Bühne: Das sind die Künstler vom 5. bis zum 10. Mai
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17:11 05.05.2020
Von Konrad Bockemühl
In der siebten Woche zu Gast auf der KN-Bühne (v.li): Selina Seemann, Florian Künstler, Samirah Al-Amrie und Christof Peters.
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Kiel

Den Anfang macht am Dienstag, 5. Mai, die Autorin Ute Haese. Die promovierte Politologin und Historikerin war zunächst als Wissenschaftlerin tätig. Doch seit 1998 arbeitet sie am Schönberger Strand hauptberuflich als freie Autorin und hat sich vom Sachbuch mittlerweile ganz der Belletristik zugewandt – und schreibt auch abgeschlossene Liebesromane für Frauenzeitschriften.

Auf der KN-Bühne in der Kundenhalle liest sie aus ihrem gerade erschienenen Küstenkrimi „Makrelenblues“, dem neunten Band der Reihe um Hanna Hemlokk, die schräge – immer noch lizenzlose – Privatdetektivin. Hanna wohnt und wirkt im fiktiven Ort Bokau, der am realen Passader See angesiedelt ist. Obwohl die prägende Atmosphäre der Reihe unverkennbar „norddeutsch“ ist, führen ihre Nachforschungen im aktuellen Fall bis nach Lissabon. Die Autorin verlässt nicht nur räumlich den konventionellen Rahmen eines Regionalkrimis immer mal wieder – sondern auch durch den ironischen Grundton der Ich-Erzählerin sowie deren teilweise skurrilen Ermittlungsmethoden oder gelegentliche Anspielungen auf aktuelle (gesellschafts-)politische Entwicklungen.

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Musik, die auf heilsame Weise bewegt

Die deutsch-jeminitisch-indonesische Sängerin und Handpan-Spielerin Samirah Al-Amrie hat sich aufgemacht, Neues und Altes zu entdecken und will mit ihren „World Songs“ am Mittwoch (6. Mai) auch auf der KN-Bühne Einblicke in andere Kulturen und in die Magie der Sprachen und Klänge geben. Mit ihren seltenen Instrumenten Handpan und Rav und Perkussionsintrumenten wie Darabouka und Shaker untermalt sie nicht nur ihre eigenen Kompositionen, sondern auch Lieder aus dem Jemen, Mexiko, Israel oder Indien. Samirah Al-Amrie wuchs in Köln auf, studierte Jazz-und Populargesang an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ in Berlin und an der Königlichen Musikhochschule in Stockholm, lebte von 2010 bis 2018 in NRW und zog Ende 2018 nach Schleswig-Holstein. Sie war Frontsängerin verschiedenster Formationen und ist jetzt als freiberufliche Sängerin im Bereich Jazz, Weltmusik und freier Improvisation aktiv. Mit ihrer Musik will sie „direkt in die Herzen und Seelen der Zuhörer“ gelangen und diese „auf heilsame Weise bewegen“. 

Humoristisch-musikalische Szenen

„Mein Coronabart wurde seit dem letzten Auftritt am 6. März nicht mehr gestutzt“, schreibt der Unterhaltungskünstler Christof Peters: „Für den KN-Auftritt (der erste seit 58 Tagen) auf der KN-Bühne am Donnerstag, 7. Mai, werde ich wieder glatt rasiert sein“. Humoristisch-musikalische Kurzauftritte sind die Spezialität der Plöners – in der Region bekannt etwa als Butler Ernst-Alfred, der mit "subtil servilem Humor, skurriler Requisite und dezenter Anarchie verblüffend amüsante Situationen schafft" und zum 250. Geburtstag von Beethoven die „Ode an die Freude“ auf einem Trompetenbaum aus Jericho performiert, oder als dreibeiniger Sir Lockhomes, der ausdrucksvoll zur flotten Musik der selbst gespielten Mundharmonika tanzt.... Durch die virusbedingten Einschränkungen wurden Peters schon über 15 Auftritte abgesagt – damit fehlen die Gagen, die seinen Lebensunterhalt sichern sollen: „Langsam wird's auch bei mir wie bei vielen Kollegen richtig knapp“.

Singen als Lebensfreude pur

Schon ihr Großvater war Tenore Buffo an der Kaiserlichen Bühne zu Kiel: Katharina Maria Kagel ist freischaffende Opern- und Konzertsängerin aus Großensee. Dort hat sie vor sieben Jahren den Chor S(w)inging Großensee ins Leben gerufen – „mir ist es ein Anliegen, die Menschen wieder zum Singen zu bringen“. So arbeitet sie auch mit behinderten Menschen in einem Inklusions-Chor. Seit zehn Jahren selbstständig, will sie auf klassischer Grundlage mit Humor und Esprit den Menschen die klassische Musik, aber auch Unterhaltung, Musical, Jazz, Gospel und die vielen Möglichkeiten der menschlichen Stimme nahe bringen – nach dem Motto: „Singen ist der Lebensfreude pur!“ Sie unterrichtet, singt, leitet Chöre, tritt auf Hochzeiten wie Trauerfeiern auf, gibt Seminare und Workshops ... doch „durch Corona ist nun erstmal alles zerschlagen“. Auf der KN-Bühne will sie nun am Freitag, 8. Mai, mit Stücken wie „Memory“, „Amazing Grace“, über „Probier’s mal mit Gemütlichkeit“ bis hin zu „Abendstille überall“ Einblicke in ihr weitgefächertes Repertoire als Sängerin und ihre Situation als freie Künstlerin geben.

Die KN-Bühne

KN-Bühne täglich außer montags um 20 Uhr hier auf www.kn-online.de. Dort sind alle Auftritte abrufbar. 

Das Spendenkonto von „KN hilft e.V.“ bei der Förde Sparkasse: DE05 2105 0170 1400 2620 00. Die Spenden werden wöchentlich unter den beteiligten Künstlern aufgeteilt.

Freie Künstler, die mit einem Auftritt auf der „KN-Bühne“ auf sich und ihre derzeit schwierige Lage aufmerksam machen wollen, können sich weiterhin unter der Mailadresse kulturredaktion@kieler-nachrichten.de melden (bitte mit Telefonnummer).

Erzählt und gereimt, lustig und ernst

Selina Kristin Seemann wurde 1993 in Flensburg geboren und lebt nun nach dem Studium (Germanistik, Anglistik, Vermittlungswissenschaften und Kultur-Sprache-Medien) in Kiel. Seit vier Jahren steht sie als Poetry Slammerin, Autorin und Moderatorin regelmäßig auf Bühnen im deutschsprachigen Raum. Und hat es geschafft, das Finale der Schleswig-Holstein Meisterschaften im Poetry Slam zu erreichen, den NDR Poetry Slam auf Plattdeutsch zu gewinnen und Stammautorin bei der größten und erfolgreichsten Lesebühne Schleswig-Holsteins, „Irgendwas mit Möwen“, zu werden. Für ihren Auftritt auf der KN-Bühne am Sonnabend, 9. Mai, hat sie eine bunte Mischung aus lustigen und ernsten, erzählten und gereimten Texten ausgesucht.

Eher schwerelos als schwermütig

Phasen, wie er sie in seinem Song „Du hast ‘nen Freund in mir“ beschreibt, kennt der Lübecker Songschreiber und Sänger Florian Künstler nicht nur vom Hörensagen, er hat sie erlebt. „Es gibt so Tage, an denen du denkst, die Straße wird einfach nicht weiterführen“, singt er zu reduzierter Gitarrenbegleitung, „zu viel Gepäck auf deinen Schultern, und zu viel Chaos, um dich selbst zu spüren.“ So war es oft bei dem in Berlin geborenen und später in Ratekau aufgewachsenen Künstler. Dabei klingt seine Musik eher schwerelos als schwermütig. Im Talentwettbewerb NDR Schleswig-Holstein Hammer trat er vor Heinz Rudolf Kunze auf, der anschließend attestierte: „Die anderen sind zwar gut, aber Florian hat Talent.“ Seit 2018 hat Florian Künstler eine feste Band und derzeit arbeitet er an seinem ersten Album. Und trotz der derzeit widrigen Umstände sagt er, „mich wirft nichts mehr um. Ich kann das gerade total genießen und mein Leben ist eh geil, ob der große Erfolg kommt oder nicht.“

Diese Künstler standen schon auf der KN-Bühne - zu den Videos:

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