Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Kultur Fabel, Furcht und Farbenspiel
Nachrichten Kultur Fabel, Furcht und Farbenspiel
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:32 12.03.2017
Von Dr. Christian Strehk
Wotan will’s noch einmal wissen in Daniel Karaseks Siegfried-Inszenierung im Theater in Kiel. Quelle: Olaf Struck
Kiel

Einen seiner berühmten Raben entsendet er ganz konkret personifiziert (zauberhaft klarer Waldvogel: Mercedes Arcuri), um seinen Erben Siegfried in die Spur zu setzen. Sowieso ist Thomas Hall in Erscheinung, Stimme und Sprachmächtigkeit so etwas wie das Oberhaupt eines enorm starken Sängerensembles. So entstehen imposante Momente, etwa, wenn er die taumelnde Erda (wunderbar farbsatt im tiefen Register: Tatia Jibladze) aus Schlaf und Versenkung herauf in das Gewirr längst erblindeter Erinnerungsfenster ruft, mit denen die Bühnengestalterin Chiharu Shiota sie ummantelt.

Alles andere geschieht einfach – wie im Märchen. Bradley Daley tourt nicht selten im Privatmodus über die Bühne, so unbedarft unkünstlich fällt sein Riesenbaby Siegfried aus. Sein Debüt in der kräftezehrenden Titelpartie ist sängerisch dagegen bestens gelungen. Im Finale trifft der Australier auf eine furchterregend nordische Walküre, mit der er seine Ängste vor der aufflammenden Liebe geradezu anrührend scheu austauschen kann. Die finnische Hochdramatische Kirsi Tiihonen gestaltet die schwierig gleißende Brünnhilde-Partie sehr souverän und ihrerseits ausdrucksstark verletzlich. Siegfrieds Gegner sind nicht minder überzeugend besetzt: José Montero (Mime), Jörg Sabrowski (Alberich), Timo Riihonen (Fafner).

Generalmusikdirektor Georg Fritzsch animiert die Kieler Philharmoniker zu einem mehrdimensional tiefengestaffelt aufgefächerten Wagner-Spektrum. Vor allem im dritten Akt ist der Klangregisseur Fritzsch hörbar ganz in seinem Element, fordert nun auch hitzige Dramatik und grellere Effekte. Kein Wunder also, dass sich das Premierenpublikum von so viel musikalischer Kompetenz und szenischer Fabel-Treue begeistert zeigt.

www.theater-kiel.de

(eine ausführliche Rezension lesen Sie am 13. März in unserer Print- und ePaper-Ausgabe)

Kommentare 0 Nutzungsbedingungen
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Kultur Blitz-Kritik Wise Guys - Ein Wiedersehen mit dem Abschied

Abschied Phase Zwei. Mit zwei weiteren ausverkauften Konzerten im Kieler Schloss sagen die Wise Guys, Deutschlands Vokal-Pop-Band Nr. 1, Tschüss und wieder war die Stimmung enthusiastisch, als Dän, Eddi, Sari, Nils und Björn „Das Beste aus 25 Jahren“ stimm- und stimmungsvoll intonierten.

Kai-Peter Boysen 12.03.2017

Es ist das fünfte Konzert der Tour und der Tag an dem ihr neues Album „An jedem einzelnen Tag“ erscheint. Die Berliner Poprocker von Staubkind ließen im knapp halbvollen Max Nachttheater die neuen Songs als auch Bandklassiker auf das Publikum los.

Thorben Bull 11.03.2017

„Es gibt nicht viele Opern, in denen man mit einem Drachen kämpfen darf!“ Bradley Daley nennt die Szene „Spaß pur“ und Wagners Musikdrama-Tetralogie zugleich Weltliteratur allerbester Qualität: „Der Ring verändert dein Leben, wenn du dich ernsthaft damit beschäftigst.

Dr. Christian Strehk 11.03.2017