Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Anmelden
Kultur Weihnachtsmärchen "Der Zauberer von Oz" feiert Premiere
Nachrichten Kultur Weihnachtsmärchen "Der Zauberer von Oz" feiert Premiere
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:58 15.11.2019
Von Ruth Bender
Im Zaubergarten: Regisseur Frank-Lorenz Engel und Dramaturgin Lena Carle in einem der Bühnenbilder von Marie Rosenbusch. Quelle: Marco Ehrhardt
Kiel

„Eigentlich ist es ein Road-Movie, das wir erzählen“, sagt Regisseur Frank-Lorenz Engel über Lyman Frank Baums Zauberer von Oz (1900) und Dorothys Reise über den gelben Weg in allerlei Fantasieländer. „Und es ist einer der poetischsten Stoffe der Kinder- und Jugendliteratur.“ Mutig sein, Dinge ausprobieren und auf die innere Stimme hören, ohne den Kopf auszuschalten, fasst er den Kern des Märchens zusammen, das morgen in der Bearbeitung von Annika Hartmann und Jens Paulsen als Weihnachtsmärchen im Kieler Opernhaus Premiere hat. „Das sind Lebensweisheiten, von denen sich auch Erwachsene eine Scheibe abschneiden können.“

Ein bisschen wie Bremer Stadtmusikanten

Im Zentrum steht für den Märchen-Profi, der in Kiel als Regisseur immer wieder präsent (Die kleine Meerjungfrau, Linie 1) und seit 2013 Intendant der Brüder Grimm Festspiele in Hanau ist, nicht Dorothy allein, sondern mit ihr die drei Gefährten – die Vogelscheuche, der Blechmann und der Löwe. „Nicht umsonst denkt man bei diesem Aufbruch ins Ungewisse an die Bremer Stadtmusikanten“, schmunzelt Engel. „Und es ist toll zu sehen, wie die vier auf ihrem Weg zur Gruppe zusammenwachsen.“

Die Geschichte hat den Stoff für große Bilder. Und so sind auf der Bühne für die zahlreichen Ortswechsel sämtliche Hubpodien im Einsatz, darf man als Probenbesucher schon mal über die Versatzstücke rätseln, die oben am Bühnenhimmel auf ihren Einsatz warten. Für die Kostüme ist Sabine Keil zuständig. Im Video zeigt Sie, wie diese enstehen.

Am Ende soll das Gute siegen

Das Archaische und Archetypische ist es, das den Regisseur an den Märchen fasziniert: „Märchen sind wie Parabeln. Man muss sie immer übersetzen – und das regt die Fantasie an.“ Die Figuren liebt er alle von den Munchkins bis zu den fliegenden Affen. „Ich mag auch die Bösen“, sagt er. „Die Westhexe zum Beispiel, die hat diese geballte Bosheit – und wird doch von einem Mädchen überwunden.“ Das ist ihm wichtig – dass Gut und Böse klar zu unterscheiden sind und am Ende das Gute siegt.

Da macht es auch nichts, dass Der Zauberer von Oz durchaus „sehr amerikanisch“ ist, von manchen Kritikern gar als Parabel auf die amerikanische Gesellschaft um 1900 interpretiert wurde. „Das ist ja das Spannende“, sagt Dramaturgin Lena Carle, „wie das Märchen auf verschiedenen Ebenen wirkt und ganz unterschiedliche Altersgruppen anspricht.“ Und Engel ergänzt: „Was Dorothy erlebt, ist auch ein bisschen das Pubertätsausbrechen. Und die Flucht in eine andere Welt, das Motiv der Freundschaft – das hat etwas Exemplarisches.“

Zum Stück "Der Zauberer von Oz"

Autor L.F. Baum (1856-1919) hat viele wilde Wendungen eingebaut in die Geschichte von Dorothy aus Kansas, die mitsamt ihrem Farmhaus und Hund Toto von einem Hurrikan ins Land der zwergigen Munchkins gewirbelt wird. Dort erhält das Mädchen ein Paar silberner Schuhe (in der Verfilmung des Zauberers von Oz sind sie übrigens rot!). Und sie tut sich mit drei Freunden zusammen: der Vogelscheuche, dem Blechmann und einem Löwen.

Zusammen macht sich das Quartett auf die Reise in die Smaragdstadt zum Zauberer von Oz, von dem sich die Scheuche Verstand, der Blechmann Herz und der Löwe Mut erhoffen. Und Dorothy möchte einfach nach Hause. Bis es soweit ist, müssen die vier aber noch die Böse Hexe des Westens austricksen, die Winkies befreien, die der Hexe als Sklaven dienen – und den Zauber der silbernen Schuhe entdecken. Gut, dass bei all dem ein ganzes Heer von Feldmäusen und auch ein paar geflügelte Affen behilflich sind.

"Over the Rainbow" im neuen Klanggewand

Den Musikfilm (1939) mit Judy Garland und dem unsterblichen Eröffnungssong Over the Rainbow hat sich das Regie-Team bewusst nicht noch einmal angesehen – ebenso wenig wie Marian Lux, der den Soundtrack für das Kieler Weihnachtsmärchen geschrieben hat. „Ich wollte meine eigene Version entwickeln“, sagt der Film- und Bühnenkomponist am Telefon in Berlin. „Deshalb gibt es auch ein neues Over the Rainbow – auch wenn ich im Score mit dem bekannten Motiv spiele.“

Einen Mix aus Band und Orchester hat Lux komponiert, der schon etliche der ARD -Weihnachtsmärchen (u.a. Die Galoschen des Glücks, Die zertanzten Schuhe) vertont hat und auch für das Grimm Festival die Musik schreibt. „Im Märchen ist die Musik eine Art Treibmittel“, erzählt er, „und es hat großen Spaß gemacht, den Figuren ihren Klang zu erfinden.“ Für die Westhexe etwa hat Lux einen Tango geschrieben, die Mäuse paradieren zum Marsch – „und zum Schluss steckt da auch richtig Rock’n’Roll drin!“.

Premiere, 16. November, 17.30 Uhr, im Opernhaus. Karten: Tel. 0431/901 901. Weitere Termine: www.theater-kiel.de

Lesen Sie weitere Nachrichten aus der Kultur.

Warum hat die Frau von Johannes Rosmers den Freitod gewählt? War es die Verzweiflung über ihre Kinderlosigkeit? Und welche Rolle spielt ihre Pflegerin Rebekka West in der Tragödie? Eine dunkle Vorgeschichte ist geheime Triebfeder der Handlung in Henrik Ibsens "Rosmersholm" (1886).

Sabine Tholund 15.11.2019

Mitten im Live-Hörspiel „Die drei ??? und der dunkle Taipan“ wird Andreas Fröhlich alias Bob Andrews nach seinem Alter gefragt: „Wir sind 16 – aber das schon seit 40 Jahren“. Tosender Jubel in der Sparkassen-Arena für das kultige Detektiv-Trio, eingerahmt in eine perfekte Hörspiel-Show.

Kai-Peter Boysen 15.11.2019

Alle wollen Die Ärzte sehen: Selbst die Zusatztermine für die „In the Ä Tonight“-Tour im Jahr 2020 sind blitzschnell ausverkauft. Schwarzmarkthändler, die die Tickets sofort überteuert bei Ebay anbieten, sorgen für Ärger.

15.11.2019