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Kultur Ein kleines Stück großes Theater
Nachrichten Kultur Ein kleines Stück großes Theater
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07:00 18.09.2018
Von Beate Jänicke
Routinierter Erzähler, nuancierter Gestalter: Werner Klockow. Quelle: Olaf Struck
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Kiel

Es geht um die Geschichte seines Freundes und Kollegen im Bordorchester Novecento, dem vielleicht größten Pianisten der Welt. Der 1900 als Findelkind auf dem Ozeandampfer gefunden wird und das Schiff sein ganzes Leben nicht verlassen wird.

 In den ersten Minuten noch im routinierten Stil eines bloßen Erzählers taucht Klockow von Satz zu Satz tiefer ein in die Geschichte, in ein lebendiges Ausgestalten der Szenen und Figuren. Gibt den grantelnden Kapitän, der das Kind von Bord weisen muss, oder den angeberischen „Erfinder des Jazz“, einen Pianisten vom Festland, der den erwachsenen Novecento zum Duell fordert.

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Nuancierte Gefühlswechsel

Viele verrückte Episoden, oft in poetischer, aber nie verstiegener Sprache gefasst, ziehen in Tooneys Erinnerung vorbei. Wie Novecento Tooney einst bat im schlimmsten Sturm die Verankerung des Instruments zu lösen, und er im Takt der Wellen seine magische Musik spielte. Ungläubig schaut Klockow, wenn er davon spricht, „dass wir in diesem Augenblick mit dem Ozean tanzten“. Sehr nuanciert spielt Werner Klockow diese Gefühlswechsel, mal raumgreifend mit Stimme und Geste, mal allein durch ein Verdüstern oder Aufhellen seiner Mimik. Auch in die Rolle des Novecento schlüpft er, gibt ihn zart und klar und immer etwas geheimnisvoll. Großer Applaus.

Nächste Termine: 22.9., 20.30 Uhr; 14. u. 21.10., 19.30 Uhr; Studio Schauspielhaus; www.theater-kiel.de

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