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17:12 22.04.2018
Rapper Kollegah und Farid Bang. Quelle: dpa
Berlin

Seit dem Echo-Eklat um Kollegah und Farid Bang wird diskutiert, wie antisemitisch die deutsche Rapszene ist. Die ARD-Dokumentation „Die dunkle Seite des deutschen Rap“ sucht nach Antworten. Der Film von Ende März ist dauerhaft in der Mediathek zu sehen.

Die Berlinerin Marina Buzunashvilli – Promoterin etwa von Sido – erzählt, dass einige Rapper sie wegen ihrer jüdischen Religion nicht engagieren wollen. Sie fragt: „Ob sie wohl Angst haben, dass ich zu viel Geld nehme?“Das Stereotyp der jüdischen Finanzvormachtschaft, auf das die Promoterin hier anspielt, findet sich in vielen Liedtexten wieder. Zum Beispiel in der Zeile „Ich verticke Kokain an die Juden von der Börse“. Der Musiker Haftbefehl verteidigte sich 2012 im Rückblick auf seine Biografie: Als jugendlicher Drogendealer im Frankfurter Bankenviertel habe er viele jüdische Stammkunden gehabt.

In dem Musikvideo „Apokalypse“ stilisiert sich Kollegah als Ritter des Guten. Der Stellvertreter des Bösen trägt im Video einen Ring mit Davidstern, Der Politikwissenschaftler Jakob Baier attestiert in der Doku eine „eindeutig antisemitische Konnotation“. Marc Leopoldseder, Ex-Chefredakteur des Szenemagazins „splash!“, sagt hingegen: „Viele Hip-Hopper sehen sich selbst nicht als Antisemiten.“ Dennoch bedienten sie antisemitische Narrative.

Dazu passen die Aussagen des iranisch-deutschen Musikers PA Sports, der im Film sagt, Klischees und Provokation seien eben Elemente des Battle Rap. Ob bewusst transportierter Judenhass oder mangelnde Selbstreflexion – bei 300 Millionen Spotify-Abrufen im Jahr ist der Einfluss des deutschen Raps zu groß, um nicht genau hinzuschauen. Das ist das Fazit der sehenswerten ARD-Doku.

Von Nina May/RND

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