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Kultur Wilwarin: Feiern in gewohnter Manier
Nachrichten Kultur Wilwarin: Feiern in gewohnter Manier
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10:25 09.06.2019
Von Thorben Bull
Feiernde Fans: In schnelllebigen Zeiten bleibt sich das Wilwarin-Festival auf schleswig-holsteinischer Waldwiese selbst treu. Quelle: Michael Kaniecki
Ellerdorf

„Nothing New Since 1998“ steht auf dem Armbändchen in kleinen Lettern unter dem Logo. In schnelllebigen Zeiten bleibt sich das Wilwarin-Festival auf schleswig-holsteinischer Waldwiese selbst treu, liefert ihrer treuen Feiergemeinde das, was sie erwarten: musikalische Vielfalt mit Neuentdeckungspotenzial sowie Tanzbares vom Plattenteller.

Dieses Angebot wird nur allzu gerne angenommen – am späten Freitagnachmittag ist die Electro-Stage bereits reichlich frequentiert. Derweil bringt die Hamburger Rap-Combo Spnnnk das Wilwarin-Publikum an der Main Stage mit ihrem tanzbarem Hip-Hop ordentlich in Wallung. Die Beats werden von einem Live-Schlagzeug gespeist, während sich MCs und tanzende Meute einig sind, aus einer Kehle skandieren: „Weil ich Scheiße nicht mag.“

Hip-Hop und Garage-Rock Acts begeistern

Für nicht weniger Betrieb sorgt später die in der Elfenbeinküste geborene Rapperin KT Gorique. Es fällt schwer sich den verspielten Beats, Tanzeinlagen und unermüdlichen Anfeuerungen („We can get very high together“) des Energiebündels zu entziehen. Raptechnisch über jeden Zweifel erhaben, wird ihr französisches Punchline-Feuer bei „Kunta Kita“ von feinsten Trap-Anleihen ummantelt, bis sie im folgenden „Blasted“ den Reggae ins Boot holt, der natürlich ebenfalls in die Beine fährt.

Selbiges gilt für die zeitgleich im propevollen Second Ground auftretenden Death By Unga Bunga. Die norwegische Garage-Rock Formation begeistert mit einem rau-rohen Sound, der traumwandlerisch ineinander greift, sich verzerrt in bester Punk-Tradition zeigt und trotzdem melodiös bleibt. Zudem ist Sänger Sebastian Olsen nicht einzufangen, sucht mehrmals den Weg ins Publikum, greift für „Cynical“ selbst zur Gitarre und bahnt sich bei „Turn My Brain Off“ mit seiner sonoren Stimme den Weg aus dem Solo-Inferno. Wuchtig, energetisch, ungefiltert - Wahnsinns-Band mit dem Herz am rechten Fleck!

Kleines feines Programm auch abseits der Bühnen

Beim Verschnaufpausenbier einen Blick auf den Timetable werfen. Wie Spät? „Kurz vor knapp“, ruft jemand aus einer vorbeiziehenden Gruppe. Gut zu wissen, denn um kurz vor knapp spielt Grillmaster Flash. Der Nordbremer und sein gitarrenlastiger Deutschpop samt Punk-Ethos hat etwas Angenehmes, Freundschaftliches, Vertrautes an sich. Zu „Alles Bleibt Wo Es Ist“ wird im Publikum gleich mehrfach angestoßen und jeder in der Runde weiß weitere Worte, was gemeint ist.

Wer eine Tanzpause benötigt, findet im umliegenden kleinen Wäldchen Rückzugsorte vom allgemeinen Trubel, stärkt sich bei „Pizza Libertad“ oder versucht sich beim Geschicklichkeitsspiel „Ringing The Bull“. Einzig beim Ergebnis des Fußballturniers mit Festtagscharakter schleicht sich Eintönigkeit ein. Die Truppe von „Balladasdarein“ verteidigte gegen 22 Teams den Wanderpokal und ist fest entschlossen die Wilwarin-Ära zu prägen.

Das Wilwarin-Festival auf schleswig-holsteinischer Waldwiese bleibt sich auch in der 22. Ausgabe selbst treu.

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