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Kultur Wunderbar unverbrauchte Dynamik
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14:02 01.02.2020
Von Thomas Richter
Tears for Beers: Was da von der Bühne kam, war druckvoll, süffig, witzig, leidenschaftlich, rockig und grundsympathisch. Quelle: Michael Kaniecki
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Kiel

Das liegt ganz sicher nicht daran, dass sich die im Norden erfolgreichste Band ihrer Art nicht vom ersten Takt des Openers  „Fiona“  an mächtig reinhängte. Womit die Kieler Formation zum einen  ihre ohnehin allseits bekannte hohe musikalische Qualität unter Beweis stellte. Zum anderen erwiesen sich die Musiker damit wieder einmal als waschechte Profis, die nicht nur Wacken oder die Krusenkoppel rocken können, sondern eben auch ein Wohnzimmer.

Was da von der Bühne kam, war druckvoll, süffig, witzig, leidenschaftlich, rockig und grundsympathisch. Und das sind Faktoren, die wirken. Eigentlich immer.  Auch wen es es in einem halb gefüllten kleinen Saal etwas länger dauern mochte. Wirklich entziehen kann man sich der urwüchsigen und auch nach drei Jahrzehnten immer noch wunderbar unverbrauchten Dynamik der Truppe nicht.

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Immer „volle Kraft voraus“

Und so pustete die Combo um Frontman und Songschreiber Lars Jensen mit dem Títeltrack aus dem aktuellen Album  „The Last Ship“ und den darauf enthaltenen  „Dance To Your Daddy“,   „Billy O' Shea“ oder  „Devil Watchout“ viel heißen Atem in das zunächst noch zaghaft glimmende Feuerchen im  Publikum. Wobei man sagen muss, dass der in Bezug auf die neue Platte oft zitierte „poppige“ Ansatz auf dem Tonträger deutlicher zum Tragen kommt als live. Denn auf der Bühne heißt es für diese Band offenbar immer „volle Kraft voraus“.

Die Bude muss ja nicht gleich brennen ...

Im Verbund mit traditionellen Reels wie  „Old Mother Flanagan“, Shanty-Schunklern wie „Drunken Sailor“, herzerfrischenden Covern wie Elton Johns „Rocket Man“, Ram Jams ewigem Rhythmus-Monster „Black Betty“ , dem  vom späten  Johnny Cash unsterblich gemachten „Sam Hall“  und kurz vor Schluß der wirklich mark- und zwerchfellerschütternden „Tears For Beers“ Fassung des vom schwedischen Jazzmusiker Jan Johansson komponierten „Pippi Langstrumpf“- Liedes griff der  stetig befeuerte Funkenflug dann doch allmählich auf das Publikum über.

Außerdem muss die Bude ja nicht gleich brennen. Reicht doch, wenn man schwitzt …. 

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