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Kultur Bis heute ein modernes Stück
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11:50 23.02.2017
Von Beate Jänicke
Erst Liebe, dann immer mehr Hiebe: Carsten Kühl als Liliom und Silke Böttcher als Frau Muskat. Quelle: bos: Björn Schaller
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Kiel

Reichlich Betrieb herrscht bei der Probe auf und hinter der Bühne. „Wir haben viele Leute, die mitwirken wollen, es sind auch sehr viele männliche Darsteller dabei, was ungewöhnlich ist“, sagt Regisseur Detlef Götz, „das ist auch ein Grund, warum wir uns für dieses Stück entschieden haben.“ 18 Personen umfasst das Ensemble, alleine 15 davon sind Darsteller. Aber das große Rollenangebot ist natürlich nicht der einzige Grund für die Auswahl. Man habe sich auch bei der inzwischen 26. Produktion seit der Gründung des ambitionierten Amateurtheaters 1993 von dem Konzept leiten lassen, „anspruchsvolle Dramatik“ auf die Bühne zu bringen.

 Den Liliom hatte Götz schon lange auf seiner To-Do-Liste: „Weil es ein sehr modernes Stück ist. Das Thema häusliche Gewalt ist immer noch präsent. Auch wenn wir das Stück nicht radikal modernisiert haben, denn das Hierarchiegefüge war in der damaligen Zeit schon noch ein anderes. Wir zeigen das Ganze mehr zeitlos.“

 Zudem habe das Theater in Carsten Kühl als Liliom und Tina Galinsky als Julie zwei Hauptdarsteller gefunden, die das anspruchsvolle Drama stemmen könnten: Liliom, erst Karussell-Ausrufer bei Frau Muskat, verliebt sich in das Dienstmädchen Julie. Die beiden heiraten und bekommen eine Tochter. Doch Liliom trinkt und schlägt Julie. Nach einem missglückten Raubüberfall tötet er sich selbst. Vom Himmel wird er nach Jahren der verbüßten Strafe für einen Tag zurück auf die Erde geschickt, um etwas Gutes zu tun.

 Dramaturgin Silke Böttcher, die außerdem die Rolle der Frau Muskat übernommen hat, ist beeindruckt von der ausgearbeiteten Psychologie des Stücks: „Das Opfer-Täter-Verhältnis, die gegenseitigen Abhängigkeiten werden nicht einfach schwarzweiß gemalt, sondern differenziert gezeigt.“ Außerdem sei es ein Stück mit Überraschungen, denn es gebe durchaus auch komische Situationen und Ironie: „Wie das Leben eben auch ist. Das ganze Spektrum der Gefühle wird abgebildet.“

 Wert hat die Gruppe zudem auf ein reduziertes, klares Bühnenbild gelegt. „Es gibt nur eine Bank, sie kann eine Parkbank sein, die Bank vorm Haus oder die Wartebank im Himmel – mehr braucht es nicht“, erklärt Regisseur Götz. Der Himmel wiederum, so Silke Böttcher, sei vor allem ein fremdartiger Ort, kein Klischee-Wölkchen-Himmel. Wo wäre einer wie Liliom wohl heute? „Er ist ein Typ, der seinen Platz in der Gesellschaft nicht findet“, sagt Silke Böttcher, „heute würde er vielleicht im Reality-TV auftreten.“

 Premiere am So, 26. Februar, 18 Uhr, Möbelhaus Dela; Karten: Mo-Sa ab 10 Uhr unter Tel. 0431/93050

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