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Kultur Stars und Fans im Party-Schulterschluss
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14:16 22.04.2018
Von Thomas Bunjes
Foto: Unermüdlicher Party-Generator: Leee John von der britischen Soul-Dance-Band Imagination.
Unermüdlicher Party-Generator: Leee John von der britischen Soul-Dance-Band Imagination. Quelle: mwe: Manuel Weber
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Wangels

Flo Mega: Ein Bremer im Stil-Spagat

Nach souligem Acid-Jazz von Alana feat. P2C entert Flo Mega die Hauptbühne im großen Zelt. Der Bremer macht mit seinem neuen Quartett KBCS auf ihrer "Bäms"-Clubtour einen Abstecher an die Ostsee. "Can I get an handclap?", fragt er die Menge und dann hauen sie erst mal einen knackigen Funk-Groove Marke James Brown raus. Aber der Mann mit der rauen Stimme, der da zeitweise in gleich Mikros singt, kann auch Hip-Hop, Soul und Rock, kann scatten wie beim 80er-Soul-Funk-Song "Du bist eine Blume" oder melodiös pfeifen ("Hinter dem Burnout"). "Ich liebe die Vibes!", ruft er mitten im Set. "Es ist so gut hier!" Findet das Publikum auch und fordert vehement Zugaben. Flo Mega will, doch der enge Zeitplan steht. Conferencier Daniel Dodd-Ellis kriegt die nun lautstark pfeifende und buhende Menge kaum beruhigt.

Smart: Seven aus der Schweiz

Auch bei Seven mischen sich Funk und Rock in den Soul, doch der smarte Schweizer Sänger mag es gediegener als der vom Hip-Hop Flo kommende Flo Mega. Mit dem bravourösen Baltic Soul Orchestra im Rücken gerät einheftig mit dem AOR-Rock von Foreigner oder Toto flirtendes Stück wie "Trick!" noch opulenter als im Studio, beim sämigen Soul-Song "City Of Gold" singt das Publikum so wohl- und volltönend mit, dass Seven vor Wonne vernehmlich schnurrt. Zum Schluss des Konzerts gibt's vom Sänger Beifall fürs Orchester und fürs Publikum, das auch hier mehr will - doch wieder kein Nachschlag.

Party-Time mit Imagination-Hits

Mit Verve stürzt als nächster Act dann Leee John zum Hit "Changes" auf die Bühne, das Orchester sitzt und steht schon parat. Der 60-jährige Leadsänger des in den 80ern höchst populären britischen Soul-Dance-Trios Imagination ist ein echter Aktivbolzen. Animiert unermüdlich das eh schon ausgelassen feiernde Publikum, tanzt, gestikuliert, dreht etliche Pirouetten. Singt, oft im glasklaren Falsett, die Hits, die hier etliche noch aus Jugendzeiten kennen: "Flashback", "In The Heat Of The Night", "So Good, So Right", "Music & Lights" und das für den Schluss aufgehobene, massenhaft per Smartphone mitgefilmte "Just An Illusion". "You've been a fantastic audience!", lobt John Leee.

Edle Philly-Soul-Klassiker von Harold Melvin's Blue Notes

Das sind sie auch bei Harold Melvin's Blue Notes, die auch ohne ihren 1997 mit nur 57 Jahren viel zu früh gestorbenen, namensgebenden Lead-Sänger ein ganz starkes Ensemble sind. Mit seinen am Gospel geschulten Stimmen vom Tenor bis zum Bass sang das Quintett edle Philly-Soul-Klassiker wie "Wake Up Everybody", die Ballade "If You Don't Know Me By Now", die Uptempo-Stück "The Love I Lost" und "Satisfaction Guaranteed" und natürlich den vielfach gecoverten und vom Publikum im Refrain laut begleiteten Disco-Dauerbrenner "Don't Leave Me This Way". 

Würdiger Schlusspunkt: Memphis-Soul von Margie Joseph

Einen würdigen konzertanten Schlusspunkt setzt dann nach Mitternacht Margie Joseph im Baltic Festsaal. Sie hätte nie gedacht, dass sie noch mal auf die Bühne zurückkehren würde, erzählte sich dem Publikum und dankte insbesondere Festival-Erfinder Daniel Dombrowe, den sie zu sich auf die Bühne holte. Einmal warmgesungen, beeindruckt die 67-jährige US-amerikanische Soul- und R&B-Sängerin noch immer mit einer starken Stimme und, unterstützt vom Baltic Soul Orchestra, mit starken Memphis-Soul-Songs wie "I Can't Move No Mountains", "Come On Back To Me Lover" oder ihrer Version der Ballade "I'm Blessed". Zwischendurch wirkte die Sängerin allerdings immer mal wieder etwas angeschlagen, hielt sich öfters am Mikrofonständer fest, und kurz wirkte es so, als müsse das Konzert abgebrochen werden. Doch angefeuert vom Publikum schien sie neue Kraft zu schöpfen, sodass als Zugabe sogar eine superbe Version von Al Greens Soul-Klassiker "Let's Stay Together" drin war - was auch als Wunsch für die Zukunft gedeutet werden könnte. 

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