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Kultur Hille Nordens "Khello Brüder"
Nachrichten Kultur Hille Nordens "Khello Brüder"
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18:42 08.11.2019
Von Ruth Bender
Zwischen vielen Projekten: Filmemacherin Hille Norden. Quelle: Björn Schaller
Kiel

Eigentlich ist sie ja schon wieder weiter, hat in Kambodscha ein Filmporträt gedreht über einen früheren Kindersoldaten, steckt seit Sommer in der Langzeitbeobachtung einer Flüchtlingsfamilie in Kiel, die sich nach vier Jahren Trennung erstmal zusammenraufen muss. Für diese zweite Doku hat Hille Norden gerade den Förderbescheid der Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein erhalten.

Wie Integration funktioniert

Aber dann kam der Bundesstart (!) für Die Khello Brüder – und so hat die junge Kieler Filmemacherin zurück gedreht und ist jetzt wieder mit ihrem 2018 veröffentlichten Dokumentarfilmdebüt über ein Brüderpaar aus dem syrischen Aleppo in Leipzig unterwegs. „Das ist cool, so ein bundesweiter Verleih fühlt sich ziemlich offiziell an“, sagt sie, „Klar, Flüchtlinge sind ein unbequemes Thema. Aber sie sind da, und wir müssen drüber reden. Und die Khello-Brüder sind ein gutes Beispiel dafür, wie Integration auch ganz unaufgeregt geht.“ Zusammen mit Tarek Khello stellt Hille Norden den Film heute im Studio vor.

Einblicke in unbekannte Welten

„Spielfilm ist schneller, wilder, mehr Party“, sprudelt die 21-Jährige, die 2016 mit ihrem Erstling Jola überraschte – damals mit 16 übrigens als jüngste von der Filmwerkstatt in Kiel geförderte Filmemacherin. „Der Dokumentarfilm geht tiefer. Und ich kriege dabei Einblicke in Welten, die ich sonst niemals kennenlernen würde.“ Die Menschen sind ihr wichtig – Landschaftsfilm interessiert sie nicht: „Ich mache die Filme nicht, weil es sich um Flüchtlinge handelt, sondern weil das spannende Menschen sind. Und ich liebe Porträts, mag es, Intimität zu erschaffen und eine Nähe zu den Protagonisten herzustellen.“ Das hat sie auch angetrieben Euphorische Jahre zu drehen, einen Kurzfilm über ihre Großeltern, den sie beim Jugendfilmfest der LAG Film auf dem Scheersberg eingereicht hat. Das Finale läuft am 24. November, 15 Uhr, im Studio.

Zurück im Kino

Und wie ist es, mit einem Jahr Abstand auf Die Khello Brüder zu schauen? „Mhm“, sagt sie, „man geht ja weiter und wahrscheinlich würde ich ihn heute anders drehen, situativer. Aber handwerklich stimmt er. Es geht eben um zwei besondere Menschen, denen ich Raum lassen wollte, sich zu zeigen.“

Am Sonnabend, 9. November, 14 Uhr, zeigt Hille Norden ihren Film im Studio-Kino, Dreiecksplatz. Anschließend Publikumsgespräch.

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