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Kultur Zwischen Barock und Moderne
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10:51 26.08.2019
Von Thomas Richter
Bei ihrem gut besuchten Konzert "Bach on Sax" zelebrierte die Ausnahme-Saxofonistin Asya Fateyev die Möglichkeiten ihres Instruments und ihrer Kunst. Quelle: Axel Nickolaus
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Kiel

Bei ihrem gut besuchten Konzert "Bach on Sax" zelebrierte die 1990 auf der Krim geborene Ausnahme-Saxofonistin, die neben vielen anderen Auszeichnungen vor drei Jahren den Echo Klassik als Nachwuchskünstlerin des Jahres gewann, die Möglichkeiten ihres Instruments und ihrer Kunst.

Ganz „im Geiste Bachs

Kongenial begleitet von der jungen kasachischen Pianistin Valeriya Myrosh spannte Fateyeva einen stilistisch extrem spannenden, ja verblüffenden programmatischen Bogen. Denn sie durchmischte die einzelnen Sätze von Bachs „Partita d-Moll für Violine solo BWV 1004“ mit Sonaten von Carl Philipp Emanuel Bach und späteren Meistern wie Paul Hindemith, Paul Creston und William Albright. Wobei eine Wechselwirkung zwischen Barock und Moderne durchaus erkennbar wurde.  Mit dem nicht allzu oft gehörten, weil ausgesprochen knifflig zu spielenden Sopransaxofon zauberte Fateyeva bei den Bach'schen Kompositionen jene seelenvollen, lichten Noten, die ganz „im Geiste Bachs“ wirkten. Doch sie konnte auch anders.

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William Albright und der Wahnsinn

Nach eigenem Bekunden der Newcomerinnen war nämlich William Albrights „Sonate für Altsaxophon und Klavier“ das Kernstück des Abends. Die vier Sätze des 1998 früh verstorbenen Amerikaners erzählen vom Wahnsinn und forderten viel. Sowohl von den Künstlerinnen als auch vom Publikum. Mit äußerster Kunstfertigkeit inszeniert Fateyeva im energetischen Dialog mit Myrosh das spektakuläre Stück. Die samtige Biegsamkeit des Altsaxophon-Klangs bis ins Extrem ausreizend, wirft sie sich in diesen kompositorischen Rausch aus Minimalismus, Atonalität - auch Jazz - , freien Kadenzen und explosiven Ausbrüchen. 

Richard Strauss' „Die Nacht“ zur Beruhigung

„Zur Beruhigung“ verwöhnten die Musikerinnen dann als Zugabe mit Richard Strauss' traumschönen Kunstlied „Die Nacht“. 

Michael Struck 25.08.2019
25.08.2019