Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Anmelden
Kultur Unterwegs bei den Nordischen Filmtagen
Nachrichten Kultur Unterwegs bei den Nordischen Filmtagen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:21 02.11.2019
Von Ruth Bender
Regisseur Mika Kaurismäki (re.) mit seinen Schauspielern am Set zu „Meister Cheng“ in Lappland. Quelle: NFL
Lübeck

Nach dem Film ist vor dem Film. Wer gerade aus der Bilderflut im Kino ans Licht gespült wird, sieht sich sogleich der nächsten Welle geduldig Wartender gegenüber - und reiht sich am besten direkt wieder ein. Denn Karten bei den Nordischen Filmtagen in Lübeck sind ein knappes Gut. Und voller Einsatz führt am ehesten zum Ziel.

Grönland ohne Eisbär

Oja, sagt Pipaluk Kreutzmann Jorgensen, als Kulisse für ausländische Filmemacher sei Grönland sehr gefragt. „Jeder lässt doch gern einen Eisbären durchs Bild ziehen ...“, so die Filmemacherin, die dem gespannt lauschenden Publikum in Lübeck ihr Debüt „Anori“ vorstellte. Ihr geht es darum, sich die Erzählhoheit über ihr Land zurückzuerobern, es in eigenen Bildern zu erzählen. „Wir leben so sehr mit Mythen, dass es selbstverständlich war, dass ich die Geschichte in einen eigenen Mythos packe“, sagt sie. Und tatsächlich: In der Eiswüste und auf den still dümpelnden Schollen im Meer ist keine Robbe, kein einziger Eisbär zu sehen.

Eine wunderbare Freundschaft

Derweil schwärmt Ingvar E. Sigurdsson von seiner jungen Filmpartnerin Ida in „Weißer weißer Tag“. „Wir sind uns zum ersten Mal im Schwimmbad begegnet“, erzählt der Schauspieler („Von Pferden und Menschen“), der in Island ein Star ist, „sie hat mich im Hot Tub entdeckt und gesagt: Du spielst meinen Großvater.“ So herrlich unverblümt kommt die Tochter von Regisseur Hlynur Palmason nämlich auch in der Rolle der Salka rüber - und die muss bei ihrem zwischen Zorn und Trauer über den Tod seiner Frau hin und her gerissenen Großvater wirklich einiges aushalten.

Sehnsucht nach Skandinavien

Skandinavien, erklärt Rea Lest, Nachwuchstalent aus Estland und bei der Berlinale mit dem Titel Shooting-Star geadelt, habe für sie immer Gutes bedeutet: Ikea, glückliche Familie, Sicherheit. „Skandinavien war das Synonym für die Sehnsucht nach dem besseren Leben“, sagt die ??-Jährige bei Vorstellung des Low-Budget-Films „Skandinavisches Schweigen“. Und das Schweigen, das sei als Mittel menschlicher Kommunikation so skandinavisch wie baltisch.

Finnische Begegnungen

„Die Finnen reden nicht so viel“, sagt Mika Kaurismäki, und wer die Filme des Regisseurs und seines Bruders Aki Kaurismäki kennt, weiß, dass das stimmt. Gesprochen wird nur das Nötigste, auch in „Meister Cheng“. Und auch Mika Kaurismäki hat es eigentlich nicht so mit den Worten. Dafür plaudert Hauptdarstellerin ??? Nach dem Film gleich los: „Sechs Wochen Dreharbeiten in Lappland - das war wie eine Kur“, sagt sie. Und der Regisseur nickt und erzählt „dass er dort seit 35 Jahren mit Bruder Aki das Midnight Sun Festival organisiert und überhaupt immer wieder hinfährt. „Das ist der sauberste Platz der Welt“, sagt er, macht sich Sorgen um den Zustand der Welt, dem er einen Film voller positiver Gefühle habe entgegen setzen wollen. „Naja“, sagt er dann, „heutzutage sprechen sie schon mehr als früher.“

www.nordische-filmtage.de

Historiker Ilko-Sascha Kowalczuk zieht in seinen Büchern Bilanz aus der deutschen Einheit. Demnach konnten die Ostdeutschen keine Zugehörigkeit zu dem neuen System empfinden. Das liege vor allem an der Art und Weise der Vereinigung.

02.11.2019

Die Suche nach dem “Unwort des Jahres” läuft. Es sind zwar erst relativ wenige Vorschläge eingegangen, doch ein Trend zeichnet sich bereits ab.

02.11.2019

Arnulf Ratings Mischung aus knackiger Komik und scharfem Politkabarett zündete schon in dem von ihm mitbegründeten legendären Anarcho-Polittheater „Die 3 Tornados“ und tut es bis heut,. Anfang der Woche wurde ihm der Bayrische Kabarett-Ehrenpreis verliehen. Am 2. November gastiert er im Lutterbeker.

Beate Jänicke 02.11.2019