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Kultur Martin Baltsers betörende Pop-Hymnen
Nachrichten Kultur Martin Baltsers betörende Pop-Hymnen
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19:17 06.11.2019
Von Thomas Bunjes
Martin Baltser sang – oft mit stabiler Kopfstimme – meist hymnisch angelegten, souligen Elektro-Folk-Pop, begleitet von seiner fabelhaften Band. Quelle: Björn Schaller
Kiel

Nur knapp ein Dutzend war gekommen, am Ende ausnahmslos selig lächelnd, und Freunde von souligem Elektro-Folk-Pop höchster Güteklasse, die den Tourauftakt in Kiel verpasst haben, dürfen sich jetzt gern in den Allerwertesten beißen.

Enorme Emotionalität

Einige seiner besten Konzerte habe er in dieser Größenordnung gespielt, gibt der sympathische Mann aus Aarhus zu Protokoll. Dieses dürfte ab sofort dazugehören, denn der intime Rahmen verstärkt noch das intensive Erlebnis der enormen Emotionalität, mit der Baltser seine Songs interpretiert. Obwohl schmal gebaut, strotzt seine Stimme vor Kraft und Volumen, wechselt spielerisch leicht die Tonlagen vom stabilen Falsett bis zum – nur selten ausgepackten – rauen Schmettern in der Mittellage.

Ausnahmslos erstklassige Songs

All killers, no fillers: Baltsers außergewöhnliches Niveau als Songwriter und seine immense Musikalität belegen, dass sein in der Hansa48 präsentiertes Debütalbum The Wasteland Incident (2018) ausschließlich erstklassige Stücke enthält. Fabelhaft begleitet von Jonas Kardyb Nicolaisen (Drums), Elias Lykkeskov Jensen (Keyboard), Sune Pors (Gitarre) und Daniel Skov (Bass), lässt der Sigur-Rós-Fan seine meist hymnischen Songs zur vollen Pracht erblühen, als performte er vor Tausenden.

Kleines Klangkunstwerk

"Boy From The Stable" entwirft Baltser live als kleines Klangkunstwerk, loopt ein insektenartiges Zirpen. Erzeugt durch mit Geigenbogen gestrichene Gitarrensaiten, und danach noch ins Schallloch gesungene, kurze Parts, singt dann dazu mit hoher Stimme zur Gitarre diese atmosphärische Folkballade. Irgendwann gesellen sich flächige Keyboardsounds hinzu, auch die E-Gitarre wird gestrichen, es geht über in den Streaming-Hit "Call Me Wild", und für den zwischen Elegie und dynamischem Schwingen changierenden Track stoßen Drummer und Bassist hinzu.

Balladeske Erinnerung an einen Jugendfreund

Auch das folkig-poppige "The Wasteland Incident" mit seinem attraktiv stolpernden Beat ist die helle Freude. "Manuel", eine balladeske Erinnerung an einen Jugendfreund, der in den Krieg gezogen sei, um für etwas zu kämpfen, singt Baltser mit viel Hall und Sensibilität. Mit "Bad Of You" hat er auch einen ganz frischen Song auf der Setlist, poppig und etwas gefälliger, aber mit Drive durch nervöses Drumming. Er könne die Gäste da unten lächeln sehen, hatte Baltser vorausgeschickt – „thank you for that“.

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