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Kultur ensemble mosaik interpretiert "Shattíla"
Nachrichten Kultur ensemble mosaik interpretiert "Shattíla"
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17:55 10.06.2009
Kiel

Während ihrer ersten Residenz-Phase, die von vergangenem Montag bis noch zum Ende dieser Woche andauert, präsentierte das Ensemble im Bach-Saal des Musikwissenschaftlichen Institutes das Stück

Shattíla (2005) für Violine, Violoncello, Klarinette und Klavier des in Berlin lebenden und aus Tel Aviv stammenden Komponisten Samir Odeh-Tamimi. Anders als vorgesehen, konnte Tamimi für den Abend doch nicht nach Kiel kommen, um sein Werk zu erläutern; stattdessen übernahm kurzfristig Björn Gottstein diese Aufgabe, der vor allem als Musikkritiker der taz und wegen seiner Rundfunkarbeit im Bereich Neue Musik bekannt ist.

Das knapp zehnminütige Werk, dessen Titel sich auf ein Massaker libanesischer Milizen gegen palästinensische Flüchtlinge von 1982 bezieht, ist ein forderndes, beinahe durchgehend rabiates Stück Musik, das den Hörer vom ersten Takt an direkt mit der Gewalt der kriegerischen Ereignisse konfrontiert, diese Gewalt dabei in unverhohlen pathetische Gesten und Ausbrüche überführend, ohne jegliche Furcht, dadurch plakativ zu wirken.

Und doch zeigte sich sowohl im ersten als auch im zweiten Durchlauf des Stückes, dass es seinen eigentlichen radikalen Kern in etwas ganz anderem hat als in der unmittelbar überwältigenden Gewalttätigkeit: Es war die Stille nach den Einschlägen, die sich, nach den brutal gehämmerten Schlußtakten des Stückes im Klavier, in dem unendlich anmutenden Nachhall des letzten Akkordes als eine neue Realitätsebene vernehmen ließ - jenseits der Gewalt, jenseits von Leben und Tod. Eine schöne Idee bei der anschließenden Diskussion des Stückes, dass Gottstein nicht nur mit den Zuhörern ins Gespräch kam, sondern auch die Musiker untereinander über das Werk und den Komponisten sprechen ließ.

Ihre Köpfe stecken in gummiartigen Noppenhüllen und ragen unbehaglich aus amorpher Masse, ihre Körper sind umwickelt mit Schläuchen oder baumeln wie Spindeln an Geräten, deren Funktion zweifelhaft ist.

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