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Kultur "toc" feierte eine rundum gelungene Premiere der Komödie "Eins, zwei, drei"
Nachrichten Kultur "toc" feierte eine rundum gelungene Premiere der Komödie "Eins, zwei, drei"
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16:43 10.11.2008
Schwentinental

Goldoni hat man gespielt und Shakespeare, aber auch die

Dreigroschenoper, die Musicals "Anatevka", "West Side Story" und "Cabaret". Jetzt, zum 25-jährigen Jubiläum des Bestehens von "toc", gibt es wieder eine Energieleistung des Amateurtheaters zu bewundern. Billy Wilders Komödie "Eins, zwei, drei" nach einem Einakter von Franz Molnár gab die Vorlage für eine dreistündige Mischung aus Burleske, Groteske, Slapstick und deftigem Klamauk.

Die abgedrehte Geschichte um C.R. MacNamara, den Deutschlandchef von Coca Cola, der vom alten Westberlin aus den Osten für seine Firma erschließen will und damit endet, dass er einen überzeugten jungen Kommunisten "umdreht" und zum Musterkapitalisten macht, fiel 1961 bei Kritik und Publikum durch. Der Mauerbau platzte damals mitten in die Dreharbeiten hinein, die Komödie, die West wie Ost aufs Korn nahm, erschien plötzlich als blanker Zynismus. Inzwischen aber genießt der Film nicht nur unter Billy-Wilder-Fans Kultstatus.

Das Stück, das man in Raisdorf unter der Leitung des Regisseurs Dieter Storm erarbeitet hat, hält sich vergleichsweise eng an die Vorlage. Die blitzschnellen Szenenwechsel, ein Merkmal von Wilders Regiestil, bekommt man dadurch in den Griff, dass man im Gemeindehaus gleich auf fünf, in Hufeisenform rund um den Zuschauerraum angeordneten Bühnen spielt. So herrscht ständig Tempo und Bewegung, und die wunderbar schlichten Kulissen zwischen Zeichenhaftigkeit und Comic von Lee Knosher, Dieter Storm und Walter Schroedter tun ein Übriges, der Komödie Beine zu machen. Wo auf der Welt landet schon ein Flugzeug auf der Bühne, knattern ein Motorrad und ein Auto durch den Zuschauerraum. Was man mit Pappe, Holz, Leim, ein wenig Farbe und viel Fantasie anstellen kann, führ "toc" in Raisdorf aufs Schönste vor Augen.

Unter den 16 Schauspielern in 26 Rollen einzelne hervorzuheben, wäre angesichts einer rundum gelungenen Premiere als Gemeinschaftsleistung ungerecht. Doch drei sollen zumindest erwähnt werden. Mit Oliver Otts MacNamara steht ein Mann auf der Bühne, der gehörig Tempo und Druck macht. Unter "eins zwei drei" und bei aller Hektik stets wundersam entspanntem "dalli dalli" läuft bei ihm gar nichts. Als nölig gelangweilte Ehefrau Phyllis bietet Annemarie Galsterer das passende Gegenbild zu dem Superkapitalisten, und Stefanie Sorge stöckelt als superblonde Sekretärin Fräulein Ingeborg durch die Herzen russischer Betonköpfe auf der Bühne und begeisterter Zuschauer im Publikum.

Satte drei Stunden Aufführungsdauer vergingen wie im Fluge.

Weitere Aufführungen: 14., 15., 21., 22., 28. und 29. November, Beginn jeweils 19.30 Uhr, Gemeindehaus der Evangelischen Kirchengemeinde Raisdorf (Fernsichtweg 34)

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