Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Anmelden
Medien & TV Die Polizei darf auch bei Brieftaschenraub auf Handydaten zugreifen
Nachrichten Medien & TV Die Polizei darf auch bei Brieftaschenraub auf Handydaten zugreifen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:01 02.10.2018
Der Gerichtshof der Europäischen Union (EuGH). Quelle: Geert Vanden Wijngaert/AP/dpa
Luxemburg

Behörden dürfen nach einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs in bestimmten Fällen auch bei weniger schweren Straftaten wie dem Raub einer Brieftasche auf persönliche Handydaten zugreifen. Voraussetzung ist jedoch, dass dies nicht zu einer starken Beeinträchtigung des Privatlebens der Betroffenen führt, wie die Luxemburger Richter am Dienstag urteilten (Rechtssache C-207/16).

Hintergrund sind Ermittlungen in Spanien zum Raub einer Brieftasche und eines Handys. Dabei hatte die Kriminalpolizei den Zugang zu den Identifikationsdaten jener Menschen beantragt, deren SIM-Karten in den zwölf Tagen nach dem Raub mit dem gestohlenen Handy aktiviert wurden. Der Ermittlungsrichter wies den Antrag unter anderem mit der Begründung zurück, es handele sich nach spanischem Recht nicht um eine schwere Straftat, weil keine Haftstrafe von mehr als fünf Jahren drohe.

Daten verrieten nichts genaues zum Privatleben

Die EU-Regeln sehen vor, dass die Achtung des Privatlebens sowie der Schutz personenbezogener Daten nur in besonderen Fällen eingeschränkt werden dürfen. Ausnahmen sind etwa möglich, wenn es der nationalen Sicherheit sowie der Ermittlung von Straftaten dient. Um einen Eingriff zu rechtfertigen, verwendete der EuGH in vorherigen Urteilen den Begriff der „schweren Straftat“. Dabei setzte er die Schwere der Straftat allerdings in Zusammenhang mit der Schwere des Eingriffs in die Privatsphäre.

Handele es sich nicht um einen schweren Eingriff, könne der Zugang auch zur Verhütung, Ermittlung und Verfolgung von Straftaten im Allgemeinen gerechtfertigt sein, urteilten die Richter am Dienstag. Im konkreten Fall sei es kein schwerer Eingriff, da die vorliegenden Daten keine genauen Schlüsse auf das Privatleben der Betroffenen zuließen.

Von dpa/RND

Kinder erklären Begriffe, Erwachsene müssen sie erraten: Der Unterhaltungsklassiker „Dingsda“ kehrt zurück ins Fernsehen. Im Interview spricht Ex-Moderator Fritz Egner über Retro-TV und die Anfänge von „Dingsda“.

02.10.2018

Kinder erklären Begriffe, Erwachsene müssen sie erraten: Der Unterhaltungsklassiker „Dingsda“ kehrt zurück ins Fernsehen. Im Interview spricht Ex-Moderator Fritz Egner über Retro-TV und die Anfänge von „Dingsda“.

02.10.2018

Das Europarlament hat für eine Reform der EU-Richtlinie für audiovisuelle Medien gestimmt. Für Netflix, YouTube und Co sollen die gleichen Vorschriften wie für das klassische Fernsehen gelten. Das betrifft vor allem den Jugendschutz.

02.10.2018