Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Anmelden
Medien & TV Dresdner “Tatort: Nemesis”: Ein Blutbad im Elbflorenz
Nachrichten Medien & TV Dresdner “Tatort: Nemesis”: Ein Blutbad im Elbflorenz
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:35 16.08.2019
Auf der Suche nach Nazarians Kreditkarte findet die Barkeeperin Lissy im "Tatort: Nemesis" aus Dresden den ermordeten Restaurantbesitzer Joachim Benda in dessen Büro. Quelle: MDR/W&B Television/Daniela Incor
Dresden

Der Osten ist rot. Blutrot. Diesen Eindruck vermitteln die ersten drei Fälle der neuen Krimisaison, die allesamt in den neuen Bundesländern spielen: die beiden ersten „Polizeiruf 110“-Filme in Sachsen-Anhalt und kommende Woche in Brandenburg sowie der „Tatort: Nemesis“ an diesem Sonntag in Dresden. Und Blut fließt immer reichlich.

Besonders im hübschen Elbflorenz. Dort wird der Geschäftsführer eines Szenelokals in der Dresdner Altstadt erschossen an seinem Schreibtisch aufgefunden, grausam hingerichtet mit sieben Schüssen, und der Anblick des Toten ist alles andere als schön. Blut, wohin man schaut, selbst an der Wand hinter der Leiche, so fatal ist vor allem der finale Kopfschuss gewesen.

Lesen Sie auch: Tatort“ 2019: So geht es nach der Sommerpause weiter

Der "Tatort" aus Dresden zeigt ein Blutbad

Ein schockierendes Bild, das man sich als Zuschauer lieber erspart hätte. Auch Peter Schnabel (Martin Brambach), der Chef der beiden ermittelnden Kommissarinnen Karin Gorniak (Karin Hanczewski) und Leonie Winkler (Cornelia Gröschel), ist geschockt, weil er den Toten, Joachim Benda, lange gut kannte und schätzte. Dessen Restaurant war seit Jahren ein Treffpunkt der vermeintlich besseren Gesellschaft, also des Dresdner Klüngels. Man traf sich dort, gab sich Tipps und machte Geschäfte, auch welche am Rande der Legalität.

Und mit dabei waren eben auch einflussreiche Polizisten wie Schnabel und sein ehemaliger und mittlerweile pensionierter Kollege Winkler (Uwe Preuss), der Vater der jungen Ermittlerin Leonie.

Komissarin Leonie Winkler (Cornelia Gröschel) muss sich ihre Unabhängigkeit erkämpfen. Quelle: MDR/W&B Television/Daniela Incor

Zunächst gibt es eine klare Theorie zum Mord

Ein wenig erinnert der von Mark Monheim und Regisseur Stephan Wagner geschriebene „Tatort“ damit an den sogenannten Sachsensumpf der Neunzigerjahre, an die vermeintliche Verwicklung hochrangiger Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens in illegale Geschäfte. Und dass es in diesem konkreten Fall nicht immer koscher zugegangen ist, deutet das seltsam aufgeregte Verhalten Schnabels an. Wie er mehrfach betont, soll bloß kein Staub aufgewirbelt werden. Der Fall soll schnell und vor allem lautlos geklärt werden.

Am Schluss schauen die beiden alten Männer, Schnabel und Winkler, wie begossene Pudel aus.

Und es ist ihm daher auch ganz recht, dass als mögliches Motiv des Mordes Schutzgelderpressung durch die osteuropäische Mafia im Raum steht. Nur Leonie Winkler, die hier die recht hilflose Anfängerinnen-Rolle ihres ersten Falls bereits vergessen lässt und sehr souverän auftritt, scheint nicht so recht daran zu glauben.

Polizisten wollen das Verbrechen klein halten

Dennoch wird die Mafia-These auch von der Familie des Toten scheinbar bestätigt. Sie berichtet, dass sie am Vorabend des Mordes in ihrem futuristisch schauerlichen Haus überfallen worden ist von Maskierten mit osteuropäischem Akzent, die den Hausherrn zusammengeschlagen haben, um Geld zu erpressen. Und auch die Waffe, mit der der Gastronom später erschossen wurde, spricht für einen Mafia-Mord. Sie wurde nämlich schon einmal aktenkundig benutzt: im Amsterdamer Rotlichtmilieu. Der Fall scheint also klar zu sein.

Lesen Sie auch: „Polizeiruf": Das kommt nach der Sommerpause

Doch wie so oft in guten Krimis sind die Dinge nicht so, wie sie scheinen. Das sei hier eben Dresden und nicht Palermo, erklärt ein Informant des LKA den beiden Ermittlerinnen. Die Geschäfte liefen nicht mehr so wie in den Neunzigern. Heute ginge es nicht um Schutzgeld, sondern um Geldwäsche. Und dass das Gespräch mit dem Informanten ausgerechnet in einer Autowaschanlage spielt, ist ein netter Einfall. So gerät dann also plötzlich überraschend die Frau des Toten, Katharina Benda (Britta Hammelstein), ins Visier der Kommissarinnen.

Die neue Kommissarin in Dresden muss sich erst einmal von ihrer Abhängigkeit lösen

Es gibt schließlich Indizien, die gegen sie sprechen. Auch ihr Verhältnis zu ihren beiden Söhnen (Juri Winkler, Caspar Hoffmann) ist mehr als seltsam. Aber ihr Alibi ist einfach nicht zu widerlegen. So entwickelt sich jetzt nach der erstaunlich temporeichen ersten Hälfte, die fast alles zu bieten hat, was ein Krimi nun einmal benötigt, ein raffiniertes psychologisches Spiel. Es geht um seelische Verletzungen, um Abhängigkeiten, Ängste und wohl auch um eine psychische Erkrankung. Und dabei überzeugt Hammelstein in ihrer Rolle als titelgebende Rachegöttin.

Aber auch Winkler arbeitet sich weiter an ihrem dominanten Vater ab, ja sie übernimmt in Gesprächen sogar manchmal wortgenau seine Formulierungen. Dennoch ist sie offenbar zum Glück auf dem besten Weg, sich aus ihrer Abhängigkeit von ihm zu lösen. Am Schluss jedenfalls schauen die beiden alten Männer, Schnabel und Winkler, wie begossene Pudel aus. Sie haben abgewirtschaftet. Ihre Zeit scheint vorüber. Ob das endgültig ist, wird die Zukunft zeigen.

Während Janine Pink und Tobias Wegener im Luxuscamp kaum noch die Hände voneinander lassen können, knallt es im angrenzenden Zeltlager zwischen Eva Benetatou und Chris Manazidis heftig.

16.08.2019

In einem neuen Milka-Werbespot soll “Die kleine Mia” zu sehen sein. Sie darf aber weder rothaarig noch übergewichtig sein - so steht es im Casting-Aufruf einer britischen Agentur. Die Anzeige sorgt für Entrüstung im Netz.

17.08.2019

Antisemitismus, Mobbing, Ausgrenzung: Genau darum geht es in dem ZDF-Film „Das Unwort“, der noch bis Ende August in Berlin gedreht wird. Zu den Schauspielern zählen unter anderem Iris Berben und Thomas Sarbachr.

15.08.2019