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Medien & TV Facebook zensiert weltberühmtes Kriegs-Foto
Nachrichten Medien & TV Facebook zensiert weltberühmtes Kriegs-Foto
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17:04 09.09.2016
Aftenposten-Chef Espil Egil Hansen. Quelle: Aftenposten
Oslo

Aber „Aftenposten“ wehrt sich. Norwegens größte Zeitung macht am Freitag mit der Geschichte auf. Zu sehen ist Chefredakteur Espen Egil Hansen vor dem berühmten Foto. Hansen veröffentlicht unter der Zeile „Lieber Mark, Du bist der mächtigste Redakteur der Welt, aber Du missbrauchst Deine Macht“ einen offenen Brief an Facebook-Chef Mark Zuckerberg.

Darin heißt es: „Ich werde Facebooks Aufforderung nicht nachkommen, dieses wichtige Dokument zu entfernen oder zu bearbeiten.“ Hintergrund: Der Journalist Tom Egeland hatte vor einigen Wochen auf seinem Facebook-Profil das Bild des Fotografen Nick Ut, das mit dem Pulitzerpreis ausgezeichnet wurde, zusammen mit anderen ikonischen Kriegsfotos auf seinem Facebook-Konto gepostet. Aber für Facebook ist das Bild „nicht mit den Gemeinschaftsstandards vereinbar“. Es wurde gelöscht.

Facebook-Anweisung aus Hamburg: Bild löschen!

Viele Kollegen solidarisierten sich, posteten ihrerseits das Foto. Auch Espen Egil Hansen.

Daraufhin bekam er am 7. September eine Email aus Hamburg von der dortigen, für Skandinavien zuständigen Facebook-Zentrale. Er möge das Bild löschen. Bevor Hansen zurückschreiben konnte, löscht Facebook eigenmächtig sowohl das Bild wie auch den Beitrag Hansens dazu.

„Um ehrlich zu sein, ich mache mir keine Illusionen, dass Du diesen Brief je lesen wirst. Dass ich trotzdem den Versuch unternehme, Dir zu schreiben liegt daran, dass ich empört und enttäuscht bin – und Angst davor habe, was Du gerade mit einem der Grundpfeiler unserer demokratischen Gesellschaft anstellst. Selbst als Chefredakteur von Norwegens größter Zeitung muss ich feststellen, dass Du meine Bewegungsfreiheit als Redakteur einschränkst. Denn nichts anderes macht ihr, Deine Untergebenen und Du.“

Auch dagegen, dass Tom Egeland nach seinen Protesten gegen die Facebook-Zensur gesperrt wurde, protestiert Hansen – nicht allerdings, ohne auch noch dem Wunsch Ausdruck zu verleihen, dass Zuckerberg „die Möglichkeiten von Facebook besser nutzt“.

Und zum Schluss fügt er noch die Replik des 73-jährigen Aftenposten-Karikaturisten Inge Grødum auf das Zensur-Theater hinzu. Eine Antwort von Zuckerberg steht noch aus ...

Von RND/Daniel Killy

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