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Medien & TV Geschmacklos: Günther Jauch als „Klickköder“ benutzt – TV-Zeitschrift muss 20 000 Euro zahlen
Nachrichten Medien & TV Geschmacklos: Günther Jauch als „Klickköder“ benutzt – TV-Zeitschrift muss 20 000 Euro zahlen
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16:47 03.06.2019
Lässt sich nichts gefallen: Günther Jauch (hier bei der Eröffnung der wiederhergestellten Neptungrotte im Park Sanssouci) wehrte sich gegen eine Zeitschrift, die sein Bild im Internet unerlaubt als „Klickköder“ benutzt hat.
Lässt sich nichts gefallen: Günther Jauch (hier bei der Eröffnung der wiederhergestellten Neptungrotte im Park Sanssouci) wehrte sich gegen eine Zeitschrift, die sein Bild im Internet unerlaubt als „Klickköder“ benutzt hat. Quelle: Jens Kalaene/ZB/dpa
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Köln

Eine Programmzeitschrift muss Fernsehmoderator Günther Jauch 20 000 Euro bezahlen, weil sie im Internet unerlaubt sein Bild als „Klickköder“ benutzt hat. Das hat das Oberlandesgericht Köln nach Mitteilung vom Montag am vergangenen Dienstag entschieden.

Geschmacklose Art, über eine Krebserkrankung zu berichten

Die Zeitschrift hatte 2015 auf ihrem Facebook-Profil vier Bilder von Prominenten veröffentlicht, verbunden mit dem Text: „Einer dieser TV-Moderatoren muss sich wegen Krebserkrankung zurückziehen.“ Darunter war der Autor und Moderator Roger Willemsen, der ein Jahr später an Krebs starb. Auch Günther Jauch wurde gezeigt.

Durch Anklicken der Meldung wurde der Leser auf die Internetseite der Zeitschrift weitergeleitet, wo über Willemsens Erkrankung berichtet wurde. Nach heftiger Kritik löschte die Redaktion den Text.

Sein Bild sei in unzulässiger Weise kommerziell genutzt worden, entschied das Gericht. Es handele sich um ein Beispiel für einen „Klickköder“ („clickbaiting“): Eine reißerische Überschrift wecke Neugier beim Leser und animiere ihn zum Weiterklicken.

Jauchs Beliebtheit wurde von der Zeitschrift für „Traffic“ ausgenutzt

Jauchs Beliebtheit sei von der Zeitschrift ausgenutzt worden, um möglichst viel „Traffic“ für die eigene Website zu erzeugen und dadurch mehr Werbeeinnahmen zu erzielen.

Da der Fall grundsätzliche Bedeutung habe und eine klärende und richtungsweisende Entscheidung erfordere, wurde Revision zum Bundesgerichtshof zugelassen. Dafür muss allerdings eine der beiden Seiten Revision beantragen.

Von RND/dpa