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Medien & TV Im Test: Das Google Pixel 3 und das Pixel 3 XL
Nachrichten Medien & TV Im Test: Das Google Pixel 3 und das Pixel 3 XL
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16:39 17.10.2018
Das Google Pixel 3 (links) und Pixel 3 XL. Quelle: Richard Drew/AP
Berlin

Den Spitznamen Google-Handy verdient das neue Pixel 3 wie kein anderes Telefon zuvor. In Zeiten, da die meisten Smartphones einander zum Verwechseln ähnlich sehen und Bauteile aus dem Zulieferer-Regal die technische Leistung angleichen, will der Internetkonzern unter Beweis stellen, dass seine Fähigkeiten bei maschinellem Lernen und künstlicher Intelligenz den Unterschied machen. Die Ergebnisse sind oft beeindruckend – zeigen jedoch manchmal auch die heutigen Grenzen der Google-Software auf.

Eine Bemerkung vorweg: Bis auf die Größe der OLED-Bildschirme unterscheiden sich die beiden Modelle in den Funktionen nicht. Das größere Pixel 3 XL verfügt über ein 6,3-Zoll-Display mit einer auffällig großen Aussparung am oberen Display-Rand (Notch). Das kleinere Model Pixel 3 kommt ohne Notch aus, hat dafür aber relativ breite Ränder oben und unten an seinem 5,5-Zoll-Display. Der Bildschirm im Standardmodell hat eine Auflösung von 2160 mal 1080 Pixeln, die XL-Version kommt sogar auf 2960 mal 1440 Pixel – deutlich mehr als bei den Vorgängermodellen. Bei den Displays konnte man im Test auch nicht mehr den Blaustich erkennen, der manche Besitzer des Pixel 2 XL genervt hatte.

Nur ein Objektiv – dafür Algorithmen

Google bewirbt seine neue Smartphone-Generation aber vor allem als Spitzenkamera. Hier hat der Konzern die Messlatte schon mit dem Pixel 2 hoch gehängt. Jetzt will Google demonstrieren, dass seine Algorithmen leisten können, wofür andere Hersteller komplexere Kameras mit mehreren Objektiven einsetzen. Google bleibt auch beim Pixel 3 bei nur einem Objektiv für die Hauptkamera an der Rückseite – mit einem 12,2-Megapixel-Sensor wie im Pixel 2.

Statt zusätzlicher Informationen aus der Optik zu generieren, sollen Algorithmen den Inhalt des Bildes und die Lichtverhältnisse erkennen. Zu den neuen Funktionen gehört zum Beispiel „Top Foto“: Das Pixel 3 bemerkt automatisch, wenn jemand im Bild gerade die Augen geschlossen oder einen wenig schmeichelhaften Gesichtsausdruck hat. Das Handy nimmt aber zur Sicherheit ein paar Bilder vorher und nachher auf und schlägt von sich aus das beste Motiv vor.

Nachtsicht-Funktion wird per Update nachgeliefert

Auch den Porträt-Modus mit unscharfem Hintergrund (Bokeh-Effekt) erzeugt das Pixel 3 allein mit Software. Das funktioniert in den meisten Fällen ziemlich gut. Glänzen kann die Kamera im Modus HDR+ mit seinem erweiterten Kontrastbereich. Auch bei Bildern, die gleichzeitig grelles Licht und Schattenbereiche haben, sind die Ergebnisse gut, weil das Pixel 3 dafür mehrere Aufnahmen mit unterschiedlicher Belichtung optimal zusammensetzt.

Anleihen aus der Software-Verarbeitung von Satellitenbildern sorgen beim Pixel 3 dafür, dass auch ohne ein echtes optisches Teleobjektiv stark gezoomte Aufnahmen nicht unscharf erscheinen. Auch hier werden mehrere Aufnahmen erzeugt, die dann virtuell zu einem neuen „SuperRes“-Foto zusammengefügt werden. Eine von Google angekündigte Nachtsicht-Funktion ließ sich im Test noch nicht ausprobieren. Sie soll per Software-Update nachkommen – übrigens auch für 2er-Pixel.

Ein spezieller Chip für mehr Datensicherheit

Die Kombination von künstlicher Intelligenz und Fotografie kommt auch bei der Funktion Google Lens zum Einsatz, mit der man mit einem Fingertipp Visitenkarten, Web-Adressen oder Telefonnummern einscannen und weiterverarbeiten kann. Lens kann aber auch Pflanzen oder Tiere identifizieren oder nach ähnlichen Produkten im Web suchen.

Neue Akzente setzt das Pixel 3 bei der Datensicherheit. Erstmals gibt es in einem Google-Smartphone einen speziellen Sicherheitschip, in dem die sensibelsten Daten abgelegt werden, wodurch das Hacken eines Pixel 3 erheblich erschwert wird.

In den Pixel-Smartphones ist der Google Assistant integriert

Wie schon das Pixel 2 kann auch das neue Telefon automatisch Musik erkennen, die in der Umgebung läuft. Tief ins Gerät integriert ist auch der Google Assistant – die Antwort des Internet-Konzerns auf Apples Siri und Alexa von Amazon.

Das Google Pixel 3 ist in Schwarz, Weiß und einem hautfarbenen Ton zu haben. Das Pixel 3 und das größere 3 XL kosten 849 beziehungsweise 949 Euro (mit 64 GB), mit 128 GB sind es 949 und 1049 Euro. Sicherheits- und Funktionsupdates sollen Pixel-3-Nutzer bis mindestens Oktober 2021 bekommen. Ein Tipp für Sparfüchse: Der Vorgänger Pixel 2 wird mittlerweile für unter 600 Euro gehandelt.

Von dpa/RND

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